Das Verlohrne Paradies. Zweyter Gesang

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John Milton: Das Verlohrne Paradies. Zweyter Gesang (1760)

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Hoch auf einem glänzenden Thron, der königlich prächtig
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Allen Reichthum von
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Oder wo sonst nach Barbarschem Geschmack
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drischen Händen,
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Perlen und Gold der Aufgang auf seine Könige streuet;
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5saß itzt Satan erhaben; zu diesem elenden Vorzug
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Durch sein Verdienst erhaben; und da er wider Vermuthen
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Von der Verzweiflung so hoch empor sich geschwungen, so strebt er
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Höher noch; unersättlich, den eitlen Krieg mit dem Himmel
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Zu verfolgen; und durch den schrecklichen Ausgang nicht klüger,
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10Wandt er, in stolzen Träumen verlohren, sich so zur Versammlung.

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Thronen, Fürstenthümer, und Mächte
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Denn weil keine Tief’ in ihrem untersten Abgrund
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Kann unsterbliche Kräfte behalten, (obgleich unterdrücket,
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Und gefallen;) so geb ich noch nicht den Himmel verlohren.
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15Himmlische Tugenden werden sich bald von diesem Herabsturz
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Wieder erholen, und glorreicher noch, und furchtbarer stralen,
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Als sie vor ihrem Falle gestralt, und dürfen sich zutraun,
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Nicht zum zweytenmal noch ein solches Schicksal zu fürchten.
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Mich, obgleich ein billiges Recht, und des Himmels Gesetze
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20Mich im Anfang zu eurem Haupte geschaffen, und nachher
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Eure freywillige Wahl, und was ich in Rath und Gefechten
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Sonst noch um euch verdient; so hat doch dieser Verlust mich,
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Da wir von ihm uns in so weit erholt, auf dem sicheren Throne
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Noch weit mehr befestigt; von keinem beneidet, mit aller
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25Völligem Beyfall. Der glückliche Zustand im Himmel, begleitet
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Von erhabenen Würden, vermöchte jedes Geringern
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Neid zu erwecken; allein wer wird hier diesen beneiden,
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Den die höheste Stelle, mich, eure Schutzwehr, am nächsten
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Wider das Ziel des Donnerers setzt, und zum größesten Antheil
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30An der endlosen Pein verdammet? Wo also kein Gut ist,
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Ueber welches gestritten kann werden, da wird von Partheyen
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Auch kein Streit erwachsen. In Wahrheit, hier in der Hölle
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Wird wohl niemand den Vorzug verlangen; und wenn auch der Antheil
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Seines itzigen Elendes noch so gering ist, so wird doch
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35Niemand mit stolzem Gemüthe nach größerem Antheile geizen.
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Mit dem Vortheil also der Einigkeit, und mit der festen
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Treu, und dem festen starken Verbündniß, noch fester und stärker,
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Als im Himmel seyn kann, ziehn wir itzt wieder zurücke,
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Unser gebührendes Erbtheil, das uns von Alters her zukömmt,
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40Wieder zu fordern; und sind nun des glücklichen Fortgangs gewisser,
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Als wir im Glücke vordem uns zu versprechen vermochten.
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Aber, ob ein offener Krieg, oder heimliche Listen
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Zu erwählen, kömmt itzt in Rath; wer rathen kann, spreche.

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Satan endigte so. Der zepterführende König So wie Homer sagt II. I, 279. .,
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45Moloch, der stärkste frecheste Geist, so im Himmel gefochten,
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Stand sogleich nach ihm auf, itzt durch Verzweiflung noch frecher.
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Voller Hochmuth verlangt er, dem Ewgen an Macht und an Stärke
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Gleich geachtet zu werden; er hielt in der Wuth es für besser,
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Gar nicht zu seyn, als geringer zu seyn. Mit diesem Gedanken
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50Hatt' er auch alle Furcht verlohren; er achtete nicht mehr
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Weder auf Gott; noch die Hölle, noch etwas ärgers; Er sprach itzt.
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Meine Meynung, ihr Götter, sie räth euch zum offenen Kriege;
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Unerfahrner in Listen, kann ich mit ihnen nicht prahlen.
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Diese mögen drauf sinnen, die nöthig sie haben; und, wenn sie
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55Nöthig sie haben, nicht itzo, da hohe Thaten uns rufen!
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Soll, indem sie so nachsinnend sitzen, der Rest, Millionen,
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Die in Waffen hier stehn, und mit Verlangen das Zeichen,
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Wieder sich aufzuschwingen, erwarten, so müßig hier sitzen
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Als die Verjagten des Himmels, und eine schändliche Höle,
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60Diese sinstre Höle der Schaam zur Wohnung annehmen,
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Diesen Kerker des mächtgen Tyrannen, der darum nur herrschet,
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Weil wir so zaudern? Nein! — Laßt lieber uns alle bewaffnet
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Mit der Wuth und den Flammen der Hölle, den mächtigen Weg uns
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Ueber die Thürme des Himmels erstreiten, und unsere Martern
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65Wider den Marterer selbst, in scheußliche Waffen verwandeln;
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Daß er an statt des Getöses von seinem allmächtigen Werfzeug,
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Höllische Donner vernehm’, und, statt des leuchtenden Blitzes,
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Schwarze Feuer und Graus erblicke, mit eben dem Wüten
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Unter die Engel geschossen; — und seinen stralenden Thron selbst
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70Mit tartarischem Schwefel und fremdem Feuer vermischt Vermischt ist hier so viel als erfüllt, nach dem Lateinischen des Virgil Aen. II, 487. At domus interior gemitu mise- roque tumultu Miscetur. Aber der innre Pallast ward mit erbärmlichen Klagen Und mit Seufzern vermischt. Pearce. Doch kann Milton das Vermischen auch im eigentlichen Verstande ge- braucht haben, weil Belial gleich nach- her V. 140. sagt. Die himmlische Masse, die keine Flecken erduldet, — — — würde bald siegend Von dem unedleren Feuer sich säubern. Z. seh;
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Die von ihm selbst erfundnen Plagen. Doch steil und beschwerlich
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Scheint vielleicht uns der Weg, mit aufwärts gerichteten Schwingen
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Einem mächtigen höheren Feind entgegen zu streben.
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Diese mögen bedenken, wenn nicht der Schlummertrank itzt noch
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75Aus der Vergessenheit See die träumenden Sinnen benebelt,
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Daß wir von selbst nach eigner Bewegung zu unserm Geburtssitz
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Wieder aufsteigen müssen; — herunter zu steigen, zu fallen,
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Ist uns zuwider. Wer hat nicht von uns noch neulich empfunden,
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Als der grausame Feind an unsern geschlagenen Nachtrab
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80Siegend sich anhieng, und weit uns durch die Tiefe verfolgte;
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Wie wir mit Zwang und arbeitendem Flug so herunter gesunken?
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Also ist es uns leicht, hinaufzusteigen. Der Ausgang
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Wird gefürchtet? Wofern wir unsern Stärkern aufs neue
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Wider uns reizen, so möchte sein Zorn noch schlimmere Wege,
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85Uns zu verderben, finden; Allein ist hier in der Hölle
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Noch ein ärgers Verderben zu fürchten? Was ist wohl noch schlimmer,
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Als hier zu wohnen, vertrieben von allem Glück, und verdammet
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Zu dem äußersten Weh, in dieser abscheulichen Tiefe;
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Wo uns Schmerzen und Pein in unauslöschlichem Feuer,
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90Ohn' ein Ende zu hoffen, uns, seines Zornes Vasallen,
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Plagen, so oft als uns nur die unerbittliche Geißel,
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Und die Stunde der Marter zu unsrer Züchtigung fordert.
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Mehr noch zerstört, als wir itzo zerstört sind, würden wir völlig
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Ausgelöscht seyn und vergehn. Was fürchten, was zweifeln wir also
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95Seinen äußersten Zorn zu entzünden? Er wird uns, entflammet
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In dem höhesten Grad, entweder völlig verzehren,
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Und dies Wesen in Nichts verwandeln; für uns viel beglückter,
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Als in ewigem Elend ein ewiges Wesen zu haben;
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Oder ist unsre Natur wahrhaftig göttlich, und kann sie
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100Nicht aufhören zu seyn, so kann uns nichts schlimmers begegnen,
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Was wir nicht schon erfahren. Durch überzeugende Proben
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Fühlen wir unsre Macht hinlänglich, ihm seinen Himmel
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Zu verwüsten, und seinen Thron, den das blinde Verhängniß
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Jhm gegeben, so sicher er steht, mit beständigem Anfall
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105Zu erschüttern. Ist dieses nicht Sieg, so ist es doch Rache.

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Drohend endiget er, und seine Blicke verkünd’gen
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Rache voller Verzweiflung, und eine Schlacht voll Gefahren
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Allen geringern, als Götter. Mit einem mehr sittsamen Anstand,
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Und mit sanftern Geberden, erhub an der andern Seite
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110Belial sich. Eine schönre Person verlohr nicht der Himmel;
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So gestaltet schien er zu erhabnen würdigen Thaten.
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Aber alles war leer und betriegrisch: So sehr auch die Zunge
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Manna träufelte; ob er auch gleich die verdächtigsten Gründe
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In die besten verwandeln konnte, die reifsten Entschlüsse
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115Zu verwirren, und aufzuhalten; denn seine Gedanken
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Waren niedrig, zum Laster geschwind, doch zu edleren Thaten
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Furchtsam, und faul. Er wuste jedoch den Ohren zu schmeicheln,
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Und mit überredenden Worten begann er also:

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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