Die Betrübte und getröstete Liebe/ bey dem Absterben eines Vaters

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Christian Friedrich Hunold: Die Betrübte und getröstete Liebe/ bey dem Absterben eines Vaters (1701)

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Wiewohl der Eltern Hertz die Kinder stärcker lieben/
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Und Sie derselben Tod auch mehr betrüben soll:
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So macht des Vaters Huld/ die in mein Hertz geschrieben/
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Doch einer Tochter Brust itzt wieder Jammers voll/
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Daß Thränen sonder Zahl sie bey der Grufft vergiesset/
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Weil wahre Traurigkeit aus wahrer Liebe fliesset.

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Die Wohlthat ist zu groß/ die theure Väter geben/
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Daß sie mein danckbar Hertz auch nach dem Tod verehrt.
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Gott gab dem Seeligen darum ein langes Leben/
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Weil diß den süssen Trost in frommen Kindern mehrt:
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Er ließ uns erst das Glück durch seine Sorgfalt schauen/
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Und wolt im Alter uns durch Gottesfurcht erbauen.

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Ein langes Leben wird doch gleichwohl kurtz geschätzet/
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Das seiner Güte nach noch länger können seyn.
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Wenn mich nun die Natur in tiefes Trauren setzet/
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So nimmt die Tugend mich mit diesen Trost-Spruch ein:
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Daß/ wenn der Eltern Tod der Kinder Hertz will brechen/
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Der Eltern Seeligkeit sie kan zufrieden sprechen.

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Dich liebt' ich/ Seeligster/ nun dich dein Jesus liebet/
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In dessen Armen man dich in dem Sterben fand:
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So lieb ich dich noch mehr/ weil der sich dir ergiebet/
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Der meine Seele hat in seiner Lieb' entbrandt.
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Als Vater bleibst du mir in meine Brust geschrieben/
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Als einen Seeligen will ich dich ewig lieben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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