1
So legest du nun ab die lang getragne Bürde;
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Dein graues Haupt verlangt mit allem Recht die Ruh;
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Nach sechtzig Jahren schließt sich deiner Aemter Würde/
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Und in dem achtzigsten dein Lebens-Umkreyß zu.
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Der tausende erreicht nicht deines Alters Länge:
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Doch noch viel weniger bey solcher Amtes-Last/
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Der Jugend sauren Schweiß und deiner Thaten Mänge/
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Womit du/ Mann und Greiß/ die Welt erfüllet hast.
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Dein Leben ist beqvem/ daß es die Jugend lehre/
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Und eine Schule/ die recht aus Erfahrung zeugt/
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Wie man das Buch so wohl/ als einen Degen ehre/
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Weil sich das volle Glück nach deinem Wissen neigt/
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Das nicht so ohne Müh wie Schwämme aufgeschossen/
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Und nur an einem Dunst von Fürsten Gnade hieng:
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Es kostete was mehr/ du zehltest manche Sprossen/
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Biß dein geübter Fuß auf diesen Stuffen gieng.
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Du sogst den Adel nicht aus deiner Mutter Brüsten/
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Vergebens theilt man auch nicht neue Schilde aus:
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Kein solcher Zierraht kömmt von Müßiggang und Lüsten/
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Die Arbeit krönte dich/ und adelte dein Haus.
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Der neue Adel kömmt durch edele Gemüther/
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Den alten erbet anch gar offt ein Tauge nicht.
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Dann jenes heist Verdienst/ und diß sind fremde Güter/
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Und Lorbern/ die man leicht vom Stamm der Ahnen bricht.
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Dort zeigt die Tugend sich und eigenes Geschicke/
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Das auch der blasse Neid für was besonders hält;
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Hier herrschet die Natur/ hier spielt das blinde Glücke/
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Da offt von ungefehr der Würffel höher fällt.
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Ihr Musen-Kinder lernt den Adel so erwerben/
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Und greifft die Mittel an/ die unser Greiß bewehrt/
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Und die ihr Adlich seyd/ laßt nicht die Tugend sterben;
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Dadurch der Ahnen Glantz wird immer aufgeklährt.
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Ihr dörfft ja sonst gar nicht auf fremde Federn pochen/
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Die eurer Ahnen Heim auch noch so lang geziert.
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Seht hie/ wie mancher wird von diesem abgestochen/
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Der sie nur in der Hand/ nicht auf dem Hut/ geführt.
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Zwar kan es dem Geschlecht von Jena hier nicht fehlen/
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Es truge lang vorher/ des Adels Lorber-Blat
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Nur vom Hochseeligen muß man den Adel zehlen/
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Der auff den alten Stamm auffs neu gepfropffet hat.
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Was durch das Schicksaal schon hat allen Safft verlohren/
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Dem flöst er wiederum ein neues Leben ein:
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Die Eltern werden selbst hiedurch wie neu gebohren/
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Die alle auch mit Ihm aufs neu gebohren seyn.
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Die Stuffe/ worauff er sich erstens hat geschwungen/
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War ein beredter Mund/ der Sprachen Fertigkeit/
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Und solche trieb er auch noch in so manchen Zungen
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Als kaum zureichen will des Menschen Lebens-Zeit.
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Was Gott durch seinen Geist zu unserm Heyl geschrieben/
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Lag Ihm ohn übersetzt gantz unverschlossen dar:
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Und so manch fremdes Wort hat er dabey getrieben/
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Das auch zu seiner Zeit fast nicht erhöret war.
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Frantzosen; Spanier; die Römer und die Britten/
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Die hörten seinen Spruch in ihren Zungen an/
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Den Thon/ die Artigkeit nach eines jeden Sitten/
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Davon uns Regenspurg am besten zeugen kan.
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Und so viel Länder hat er selbsten noch durchzogen/
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Er hohlte alles/ so wie aus der ersten Hand.
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Er hat/ was irgend gut/ von Jedem eingesogen/
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Denn halb Europa war fast wie sein Vater-land.
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Doch wuste Er auch wohl/ daß aller Völcker Sprachen
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Nur leere Zeichen seyn/ und Schalen ohne Safft/
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Die Künste können erst geschickte Leute machen/
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Er strebte auch darum nach solcher Wissenschafft.
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Geschickligkeit zum Staat beruht auf zweyen Stützen/
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Historie und das Recht/ die machen da gelehrt:
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Der kan wohl sicher am geheimen Ruder sitzen/
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Der beyde innen hat/ mit zweyen Anckern fährt.
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Von unserm Cantzler muß man eben dieses sagen/
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Daß beyde gleich in Ihm verschwestert worden sind/
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Die Er wie Licht und Recht auf seiner Brust getragen/
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Darum man auch so leicht nicht seines gleichen sindt.
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Der nicht im Teutschen Reich allein zu Hause war:
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Natur und Völcker-Recht
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Das Ihm die erste Frucht zu seinem Glück gebahr.
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Die Künsten hatten lang schon aus der Pfaltz geflüchtet/
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Die Wuth gieng dreyßig Jahr allein an solchem Ort.
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Carl Ludwig/ Landes-Fürst/ ein Ausbund weiser Helden/
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Der sahe den Verlust mit nassen Augen an.
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Wenn seinen Nahmen nur uns die Geschichte melden/
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So weiß die gantze Welt/ was dieser Fürst gethan.
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Er hat die Flüchtigen vom Elend hergeruffen/
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Er suchte überall gelehrte Leute auff/
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Und hierzu baute Er die alte Ehren-Stuffen/
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Und gab den Künsten auch bald wieder ihren Lauff.
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Der muntre Jena war auch dahin ausersehen/
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Und zum Geschickligkeit zu solchem Werck erwählt/
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Der edlen Jugend wohl in Rechten vorzustehen/
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Und auch noch über das im Fürsten-Rath gezehlt.
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Derselben funden sich viel hundert wieder ein.
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Man kan mit allem Recht auch dieses von Ihm sagen/
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Daß seiner Lehre bald viel nachgegangen seyn.
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Und wenn Er selbsten auch so öffters folgen wollen/
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Als man durch neuen Ruff hat seinen Dienst begehrt;
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Er hätte zehen mahl sich selber theilen sollen/
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So hoch war sein Geschick in Schul und Staat geehrt.
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Nur Friedrich Wilhelm kam mit einem starcken Triebe/
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Und diesem gab Er gleich fast ohn Bedencken statt/
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Ihn trung des Fürsten Gnad/ Ihn trung die Bruder-liebe/
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Als dessen Stelle Er dadurch bekleidet hat
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Und dorten ist sein Ruhm noch immer höher kommen/
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Die Stelle wurde Ihm bald weiter fortgerückt;
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Er wurde von der Schul gar in den Staat genommen/
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Und mit der Vollmacht sort nach Regenspurg geschickt.
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Und da fieng eben erst sein Glücks-stern an zu steigen/
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Er gab den Aeltesten auch nichts in Stimmen nach:
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Da kont Er sein Talent in vollen Kräfften zeigen/
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Das offt der andern Schluß durch guten Grund zerbrach.
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Er durffte nicht erst lang die Wörter Rade brechen/
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Ihm flossen Ströhme weiß die Reden aus dem Mund.
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Mit jedem konte Er in seiner Zungen sprechen/
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Und stifftete damit so manch vertrauten Bund.
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Und was Er schrifftlich in dem Rath nur eingegeben/
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Das sah für Rennligkeit wie ausgemahlet aus/
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Die Sachen; Wörter; Schrifft und alles hatte Leben/
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Er brachte darum auch so manchen Schluß nach Hauß/
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Der sonst unmöglich schien/ die allerschwerste Sachen/
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Die man vorhero schon für halb verlohren gab/
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Die kunten doch sein Mund und Feder möglich machen/
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Er that in kurtzer Zeit die grösten Dinge ab.
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Er hat auch nicht allein da eine Stell gezieret/
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Von Dännemarck; Chur-Pfaltz; Chur-Sachsen und Bayreuth;
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Von Anspach; Nassau hatt Er auch die Stimm geführet
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Dafür nicht mir ein Land Ihm Lorbern hat gestreut.
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Ja seine Klugheit gab von sich so starcke Blicke/
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Von Franckreich selbsten war diß Urtheil dort gefält/
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Es hätte Jena weit für anderen Geschicke/
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Noch Spanien und ja auch selbst der große Käyser/
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Die seine Redligkeit erst nach der Zeit erkant
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Die gönnen Ihm den Ruhm und alle Ehren-Reiser
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Der Dienste/ welche Er für Teutschland angewandt.
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Er hörte damahls schon am Rhein den Himmel blitzen;
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Das Wetter/ das hernach erst ausgebrochen ist:
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Sein Rath war: wenn uns nicht dafür Armeen schützen/
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So kriegt kein Kluger nicht. Der sucht des Feindes List
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Vielmehr durch Frieden und durch Unschuld zu beschämen;
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Und fällt das Land denn weg; bleibt doch das Recht darauf.
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Auch den wir itzo nicht vermögend sind zu zähmen/
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Dem ändert sich das Glück offt mit der Zeiten Lauff.
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Und was ists? Teutschland ach! du hast es ja erfahren/
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Was dein gerechter Krieg vor Nutzen hat gebracht.
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Du kuntest nicht einmahl das übrige bewahren/
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Worauf den Anspruch dir kein Feind je hat gemacht.
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Du hast vor Städte ietzt viel tausend Aschen-hauffen;
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Vor so viel tausend Mann so manche Leiche stehn.
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Diß heißt den Frieden ja zur Unzeit theuer kauffen.
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Sag jetzt/ ob Jena nicht diß schon vorher gesehn?
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Nur Neid und Unverstand pflag seinen Rath zu schelten/
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Von jenem war auch wohl ein Argwohn noch erregt:
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Jetzt last ihr solchen gern mit euren Schaden gelten/
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Seht/ wie Verläumdung sich nun selbsten niederschlägt.
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Indessen wird dein Ruhm/ Hochseeliger verjünget/
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Daß dich kein feines Gold jemahlen hatt verblendt:
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Da dieser Ausgang schon für deine Unschuld ringet/
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Der solchen Vorwurff nun auch für Verläumdung schändt.
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Die Nachwelt wird dich stets für deine Treue loben;
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Und Brandenburg weiß wohl/ wie du Ihm hast gedient.
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Es hat ja viertzig Jahr gantz unverrückte Proben;
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Seit dir an diesem Hoff die erste Frucht gegrünt.
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Nur Magdeburg du bist am meisten Dem verbunden;
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Der sich für deinen Staat auch lang vorher bemüht.
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Eh Jena noch bey dir sich würcklich eingefunden?
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Eh Er die Cantzeley als Oberhaupt bezieht:
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So muste Er dich schon in einer Sache schützen/
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Daran die Würdigkeit des gantzen Landes hieng.
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Man glaubte/ daß du noch solltst auff der Over-Banck sitzen;
170
Als schon Chur-Brandenburg von dir Pflicht empfieng.
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Die meiste fiengen an schon hin und her zu wancken;
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Nur Jena war behertzt/ und stützte solche Last/
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Dem hast du es auch noch in seiner Grufft zu dancken/
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Daß Er die Oberstell mit tapffrer Faust gefast
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Und als Er einmahl sich da mit Gewalt gesetzet;
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So stellte Er sein Recht mit solchen Kräfften vor/
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Daß jeder diesen Greiß der Stelle werth geschätzet/
178
Und sich der Gegentheil auch nach und nach verlohr.
179
Und dieses heist im Sturm mit klugem Ruder schiffen/
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Wenn man der Winde schon und Klippen ist gewohnt:
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Dieß heißt den Rathschlag aus dem Stegereiff ergriffen;
182
Und bey dem klaren Recht der Menschen nicht geschont.
183
Ein andrer hätte sich hier zehen mahl verlauffen/
184
Und seine Seiten erst so viele Jahr gestimmt/
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Ein andrer seinen Rath zu Hoffe müsse kauffen;
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Nur Er ists/ der den Pfeil aus eignem Köcher nimmt.
187
Noch/ als den Wohnplatz Er in dieses Land verleget/
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Das nun durch Ihn so hoch für vielen Häusern sitzt/
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Mit was für Liebe hat Er groß und klein geheget/
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Und die Bedrängete in ihrer Noth geschützt.
191
Die Aendrung schiene zwar fast ungleich auszusehen;
192
Dort war ein Theil der Welt/ und hier ein eintzig Land;
193
Dort stritten Könige/ hier sah Er Bürger stehen;
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Dort galte die Vernunfft/ hier offt des Schöpffen Hand.
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Jedoch Ihn mochte nicht Wechsel irre machen/
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Die Tugend wurde auch durch die Geschäfften kund.
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Denn wer ein Schiff regiert/ führt leichtlich auch den Nachen:
198
Wer einen Zentner trägt/ der hält auch wohl ein Pfund.
199
Das Land war Brandenburg so gleich nur angestorben/
200
Und Er am ersten gleich demselben fürgesetzt.
201
Offt wird auch selbsten/ was man noch so leicht erworben/
202
Durch übles Regiment im Amfang gleich verletzt.
203
Es kostet manchen Rath/ biß man die Unterthanen
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Dein neuen Landes Herrn nach seinem Staat gewehnt/
205
Die Wege lassen sich durch Ungestüm nicht bahnen/
206
Weil sonst der Bürger sich nach alter Herrschafft sehnt.
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Drum solte Jena auch zuerst das Ruder halten;
208
Biß sich das gantze Werck in Fug und Band geschickt.
209
Hernach läßt sich der Staat mit halber Müh verwalten/
210
Wie man ein Uhrwerck leicht auff andre Stunden rückt.
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Wer will dem Seeligen doch diese Ehre streiten/
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Daß Er die Stäbe mit Behutsamkeit geführt/
213
Fleiß; Treue; Freundlichkeit die stehen Ihm zur Seiten/
214
Dadurch jetzt mancher wird durch seinen Tod gerührt.
215
In funffzehn Jahren hat er keinen Tag versäumet/
216
Er kam nie eine Stund zu späth ins Regiment:
217
Zu seiner Arbeit hat er täglich auffgeräumet/
218
Und keine Uberschrifft von ihrer Zeit getrennt.
219
Bey vielem Uberlauff war er doch unverdrossen;
220
Und jederman bekam von Ihm ein gutes Wort:
221
Er hat dem Aermsten auch die Thüre nicht verschlossen/
222
Es war sein gantzes Hauß ein allgemeiner Port/
223
Da Schiffe hin und her frey durch einander lauffen/
224
Da sich der Zollstock nicht an einer Ecken zeigt.
225
Man durfft den Zutritt nicht von seinen Dienern kauffen/
226
Dann anzumelden war ein jeder schon geneigt.
227
Er selbsten hielt die Hand von Gaben unbeflecket/
228
Und seine treue Brust war von Geschencken frey;
229
Auff seinem Lager hatt Ihm dieses Trost erwecket;
230
Daß unter seinem Gut nichts ungerechtes sey.
231
Sein Seegen kam allein nur durch des Herren Güte/
232
Der Höchste legte Ihm noch größre Gnade zu;
233
Ein hohes Alterthum; ein fröliches Gemüthe;
234
Gesunde Leibes-Krafft und die Gewissens-Ruh.
235
In Sechzig Jahren ist der Meisten Zeit vergangen/
236
Und Siebenzig wird kaum von tausenden erreicht;
237
Er hatt das Achtzigste auch würcklich angefangen/
238
Und biß in seine Grufft dem Jüngling fast gegleicht.
239
Die Haare waren dicht; die Augen Sonnen helle
240
Die Wangen Rosen roth; die Adern noch voll Blut;
241
Die Beine gar nicht steiff; der Fuß an seiner Stelle;
242
Der Rücken nicht gekrümmt; die Knochen fest und gut;
243
Die Brust gieng nicht beklemmt; der Athem ohne Keichen;
244
Der Pulß hielt seinen Schlag; der Lebens-Geist war frey;
245
Die Sinnen stets bey sich: man sahe nicht ein Zeichen/
246
Daß dieser muntre Leib bey achtzig Jahren sey.
247
Sein Hertz hat Ihm kein Wurm vor Unmuth abgezehret/
248
Er fühlte keine Last auf seiner lincken Brust:
249
Zu Nachtes hat kein Grahm Ihm seine Ruh gestöhret;
250
Er häuffte nicht bey sich den alten Sünden-Wust.
251
Sein meistes Sprechen war; die Wunder Gottes loben
252
Wie dieser Ihn geführt von erster Jugend an:
253
Wie Väterlich er ihn zum Ehren-Sitz erhoben;
254
Und wie viel gutes noch an Leib und Seel gethan;
255
Wie manchen Glückes er ihn würdig hätt geschätzet/
256
Wie viele Güter er von dessen milder Hand;
257
In was für Alter Ihn und Jahre er gesetzet/
258
Und wie er ihn gemacht zum Ersten in dem Land.
259
In solchen Reden ist er selbsten auch verschieden/
260
Dann sein beredter Mund schloß sich kaum davon zu.
261
So fuhr wie Simeon der Geist in vollem Frieden/
262
Von seiner Hütten aus/ in die erwünschte Ruh.
263
Sagt Menschen! saget mir! heißt diß nicht ein Gefässe
264
Von Gottes Gnaden seyn
265
In Ehren; bey Verstand; in Ruh auch noch in Grösse/
266
Des Alters/ des Verdiensts/ das nicht mit Ihm verdirbt.
267
Dadurch wird Jena noch in den Geschichten leben;
268
So lang nur eine Schrifft von diesen übrig bleibt:
269
Dann wer will Ihm den Ruhm mit zweyen Blättern geben;
270
Davon mit allem Recht man gantze Bücher schreibt.
271
Es ist auch gar nicht Noth/ daß man hier Verße dichtet/
272
Dann seine Thaten schon des Lesens würdig sind/
273
Man schreibe/ was er nur zu Regenspurg verrichtet/
274
Und was man selbst von Ihm schon aufgezeichnet findt
275
Was Wunder ists es dann? daß Ihm nicht wolte grauen/
276
Vor dem/ was der Natur sonst so entsetzlich fällt:
277
Das letzte Viertel kunt er auch am Zeiger schauen/
278
Den Gottes weise Hand auf seinen Tod gestellt.
279
Man solte seinen Leib in weisser Leinwand nähen/
280
Und reines Wachs dabey noch dessen Decke seyn
281
Doch ist auch dieses nicht von ungefehr geschehen/
282
Der Bienen Arbeit trifft mit seinem Leben ein
283
Nur eines will vielleicht dem Seeligen hie fehlen/
284
Weil seine Leiche ja noch Sohn/ noch Tochter trifft:
285
Allein den Erben muß man ja für jenen zehlen
286
Und Töchter nennen sich die Fräulein in dem Stifft
287
So ist er dieses Orts auch gar nicht unvollkommen/
288
Was wir vorher gesagt/ das bleibt noch jetzt dabey/
289
Wer seinen Abtritt so aus seiner Seen genommen/
290
Da spricht man/ daß das Spiel gar wohl geschlossen sey.
291
Doch Musen! was ists/ das auf eure Brüste schläget?
292
Aus was Ursachen folgt ihr dieser Leiche nach?
293
Es ist nicht euer Haupt/ das man itzt dahin träget;
294
Er saß im Regiment/ was ängstet euch die Sach?
295
Nur ach! ich kan euch wohl aus dem Gesichte lesen/
296
Ihr findt an diesem Tod zugleich auch euren Theil;
297
Denn Jena ist euch stets vor andern hold gewesen;
298
Ihm kam von eurem Kram sein gantzes Glück und Heyl.
299
Er hörte lieber euch/ als
300
Und euren Kriegen hat er manchmahl beygewohnt.
301
Offt saß er selbst bey euch/ und drung euch in die Seiten;
302
Zu weisen/ da die Kunst noch seinem Alter frohnt.
303
Auff eure Freyheit war er gar nicht mißvergnüget/
304
Er ließ euch gern bey dem/ was eures Königs Hand
305
Für euer gantzes Volck an diesem Ort verfüget/
306
Und hielte solches auch sehr nützlich angewandt.
307
Er sahe euren Fleiß in viel Schrifften blühen;
308
Auch eure Blätter hielt er seiner Augen werth.
309
Und wenn er hörte/ euch von Ost und West herziehen;
310
Und wie sich euer Sitz mit tausenden vermehrt:
311
So kunte a sein Mund diß Gottes Wercke nennen/
312
Er führte diß vom Herrn und dessen Güte her.
313
Da Neid und Unverstand euch kaum die Stelle gönnen/
314
Und halten alles diß auch nur für ungefähr.