Als einer in einer großen und berühmten Stadt Bürgermeister ward

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Christian Friedrich Hunold: Als einer in einer großen und berühmten Stadt Bürgermeister ward (1701)

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Wer offt die See durchfährt/ und in den tiefen Wellen/
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Die Klippen kennen lernt/ ja ob es Sturm und Wind/
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Doch nach dem Himmel weiß den Schiff-Compass zu stellen/
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Da sichre Wege macht/ wo sonsten keine sind/
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Verdienet daß wir ihm ein Schiff allein vertrauen.
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Und so regieret auch in einer Stadt geschickt/
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Der sich in Sturm getrost/ klug in Gefahr läst schauen/
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Und zwischen Felsen/ Sand/ auch Wege hat erblickt.
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Wer/ Hochgeprießner Mann/ die vielen Jahre zehlet/
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In welchen du der Stadt bey mancher Noht gedient/
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Der spricht aus Danckbarkeit: Gott hat dich auserwehlet/
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Daß durch dein weises Haupt die Wohlfahrt – – grün't.
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Gott hat dich aus ersehn: Was aber Gott erkohren/
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Dem fehlt an Würden nichts/ der ist vors Vaterland
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Dem Geist und Leibe nach/ wie du zweyfach gebohren/
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Und wird ein Kind der Stadt und Vater auch genannt.
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Der hat den klugen Kopf mit Wissenschafft geschmücket/
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Das Hertz mit Tugenden/ den Geist mit grauer Zeit/
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Die wahre Weisheit bringt/ die Vater-Stadt beglücket/
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Und steiget/ gleich wie du/ nach viel Erfahrenheit.
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Ist unser – – – – nicht bisher ein Ziel gewesen/
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Nachdem des Todes Grimm die Pfeile fliegen ließ?
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Das Unglück hat es auch zum Sammel-Platz erlesen/
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Zum Felde/ wo gar oft die Geldsucht lermen bließ.
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In aller dieser Noht/ in diesen bösen Tagen/
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Ist dein Gemüht bewehrt/ klug und geschickt gemacht.
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Wie nun dein Helden-Muht viel leiden kan ertragen.
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So ist dein weises Haupt auf Heil davor bedacht.
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Der Perle Kostbarkeit zeugt sich gleich den Corallen
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Im ungestümen Meer. Auf hohen Vergen stehn
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Die Cedern unbewegt: an statt von Sturm zu fallen/
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Muß zur Standhafftigkeit die Wurtzel tiefer gehn.
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Du Hochbewehrter Mann/ du wirst in diesen Zeiten
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Uns ein vortrefflich Gut/ im Sturm die Perle seyn;
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Die Ceder dieser Stadt/ wenn Wind und Wetter streiten.
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Auf Bergen unsers Heils bestehst du ungemein.
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Diß alles kan die Stadt wie mein Gemüht erqvicken/
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Er ruft derselben Geist mit meinen Hertzen aus:
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Es wolle/ theurer Mann/ der höchste dich beglücken/
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Und aller Sturm sey schwach/ auf dein Hochadlichs Haus.
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Es müße Ruh und Heil das wehrte – – spühren/
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Der Höchste saget ja/ und wird durch deine Hand
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Das Ruder dieses Schiffs nach unserm Wunsche führen:
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Mein Gott bring uns dadurch in das gelobte Land!
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Wo es so greulich nicht/ wie Egypten stirbet/
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Wo uns kein Dienst beschwert/ die güldne Freyheit siegt/
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Wo unsrer Väter-Muht uns Schutz und Trost erwirbet/
48
Wo alles/ was uns feind/ zu unsern Füßen liegt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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