Vergönne/ Theurer Mann/ den Halle muß besingen/

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Christian Friedrich Hunold: Vergönne/ Theurer Mann/ den Halle muß besingen/ Titel entspricht 1. Vers(1701)

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Vergönne/ Theurer Mann/ den Halle muß besingen/
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Den Teutschland hoch verehrt/ die Klugheit herrlich preißt/
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Der aus der ferne läßt auch Kranken zu sich bringen/
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Woran er seine Kunst zu ihrem Heil erweißt/
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Daß man den Curen so/ wie den gelehrten Schrifften/
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Ein ewig Ehren-Mahl/ muß bey der Nachwelt stifften.

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Vergönne/ bitten wir/ daß wir bey deiner Liebe/
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Du
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Ein
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So du in uns erweckst/ und lauter Liebe klingt:
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Die Musen grüßen dich/ als Vater dieser Zeiten/
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Und freuen sich demnach bey deinen Lustbarkeiten.

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Gewiß/ wer deinen Stand Hoch-Edler recht bedencket/
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Der schätzet dich beglückt/ daß dir ein schönes Kind
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Des Himmels Gütigkeit von neuen hat geschencket/
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Und deine Geister nun dadurch erqvicket sind.
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Wenn Blumen in dem May/ in Sommer Frucht gewesen/
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So läßt im Herbste dich Gott süße Trauben lesen

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Die süßen Trauben sind ein Bild vom Ehestande/
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Die trägt ein edler Stock im Herbste dir zur Lust.
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Engeddi Reben-Blut in dem gelobten Lande/
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Ist deiner Wesnerin Hertz/ Anmuht/ Aug und Brust.
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Wenn die Gelehrten sich zu weilen letzen müßen:
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So wilst du dein Geblüt auch der Gestalt versüßen.

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Vor allen/ kluger Mann/ da du so viel geschrieben/
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Daß sich
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So will dein edler Geist auch Neben-Stunden lieben:
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Drum kaufst du dir ein Hauß/ dabey ein Garten blüht/
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Um da ein heilsam Kraut/ die Rose zum Ergetzen/
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Die schöne Wesnerin zur Wartung nein zusetzen.

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Die Holde Wesnerin ist Rosen zu vergleichen/
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Was Wangen und den Mund/ den schönen Mund betrifft.
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Ihr Blumen-Frühling wird so leichtlich keinem weichen.
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Ihr Tugendhafft Gemüht verdient die Uberschrifft:
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Hier ist die Garten-Lust/ der Augen süße Weide/
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Vor unsers theuren Stahls verjungte Krafft und Freude.

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Wir ehren diesen Tag/ du Kleinod dieser Zeiten/
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Da deines Lebens-Glantz sich auf geklähret hat.
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Wir suchen nicht dein Lob nach Würden aus zubreiten/
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Dein Ruhm ist viel zu groß vor dieses kleine Blat.
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Wir wollen unsre Brust allein mit Freuden schmücken/
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Und diesen treuen Wunsch vor dich zum Himmel schicken.

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Weil Gärten
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So müße deiner auch an Lebens-Kräutern blühn/
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An Blumen reicher Lust/ an lauter Wohlseyn grünen/
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Und euer Rosen-Beet kein Frost nicht überziehn/
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Auch süße Trauben da/ wie in Engeddi Garten/
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Den Hoch-bemühten Geist mit frischen Labsahl warten.

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Du Hoch-berühmter Stahl/ wenn man mit Stahl und Eisen/
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Den Zeiten trotzen kan/ so müße sich dein Glück
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So standhafft/ als dein Muht und großes Hertz beweisen;
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Ja es bestrahle dich ein steter Freuden-Blick/
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Daß Euer Leben so gleich deiner Tugend gaben/
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Mag Zeiten/ die von Stahl/ das ist/ auf ewig haben.

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Stahl putzt den Marmor aus/ und macht die schönsten Sachen.
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Was sonst dein Geist polirt/ ist unvergleichlich schön;
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Du wirst es also auch mit deinem Engel machen/
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Die reinen Marmor läst auf Brust und Stirnen sehn.
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Damit wir/ Himmel gib/ bald zu dem
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Daß Stahl aus Marmor kan das schönste Bild bereiten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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