Zwar Glück und Tugend sind nicht allezeit verbunden/

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Christian Friedrich Hunold: Zwar Glück und Tugend sind nicht allezeit verbunden/ Titel entspricht 1. Vers(1701)

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Zwar Glück und Tugend sind nicht allezeit verbunden/
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Die Ehren Sonne scheint auch Distel-Köpfen wohl.
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Hier aber hat Verdienst den rechten Preiß gefunden/
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Und der Gelehrten Stern regieret noch am Pol.
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Die Zeit des Wartens muß man nach der Klugheit messen:
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Gedult bekrönt das Glück. Die Ungedult allein/
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Die zweifelt/ ob sie nicht der Himmel gar vergessen.
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Ein Kluger schifft gemach/ und kömt in Hafen nein.
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Ich sag'/ ein Kluger weiß/ daß Zeiten Rosen bringen.
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Er streut den Saamen aus; wenn erstlich Dornen stehn/
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So sincket nicht sein Muth/ es muß ihm doch gelingen/
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Daß Blumen wahrer Lust aus seiner Arbeit gehn.
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So tauget auch kein Wohl/ daß allzu jung gebohren.
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Ein gar geschwindes Glück/ scheint auf den Kauf gemacht.
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Die Frühlings Kinder gehn/ so schön sie sind verlohren;
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Nur zeigt der späte Herbst/ was auch im Winter lacht.
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So ist des Fleißes Frucht/ des Geistes sein Bemühen.
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Was aus der Klugheit sproßt/ daurt durch die Ewigkeit/
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Und muß so wie das Glück auf Ehren Stengeln blühen/
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Das Glück Hoch-Edler Herr/ so Ihn und uns erfreut.
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Wer ist wohl in der Zahl der holden Pierinnen/
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Der
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Der/ da ihm sein Verdienst ein Ehren-Kleid will spinnen/
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Nicht deßen Würde rühmt/ und von Vergnügung brennt?
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Wie trefflich/ daß der Schmuck
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Gewiß/ als ob der Rock ihm schon vorlängst gebührt.
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Der Tugend Diamant in ächtes Gold zufaßen/
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Wird von des Himmels Hand zu rechter Zeit vollführt.
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Wer nur nicht müde wird/ zum besten sich zu wagen/
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Und sonder Lohn und Pracht der Pflicht die Gnüge thut/
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Muß Paimen der Gedult mit ihm/ Hoch-Edler/ tragen/
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Und schauet auf sein Glück mit Wohlvergnügten Muht.
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Den Ehren-Stuhl besitzt sonst manch verletzt Gewißen;
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Kein Adler ist es stets/ der sich zur höhe schwingt.
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Der ist vielmehr aus Raub/ als andrer wohl beflißen/
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Der Böß' und ungelehrt sich zu dem Lehr-Amt dringt.
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Was man ihm übergiebt/ erwarb zu vor die Tugend/
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Eh' er sich drum bewarb; diß lobt die kluge Welt/
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Diß bringt der Länder Wohl/ erbaut die Edle Jugend;
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Diß hat sein Lehr-Amt längst auff guten Grund gestellt.
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Wie er nun manches Buch aus bündig hat geschrieben/
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So deutlich angenehm/ als gründlich lehren kan;
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Und nie was nützliches den Musen schuldig blieben;
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Wie sich in seinem Mund ein Brunnen aufgethan/
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Woraus die Wißenschafft gleich Crystallinen fließet/
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Wo mit er/ theurer Mann/ die Castallinnen tränckt;
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So kömt des Hofes Gunst/ die sich auf ihn ergießet/
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Und den verdienten Lohn Preißwehrter Tugend schenckt.
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Ihr/ die ihr in dem Schooß
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Wo die Gelehrsamkeit vor andern herrlich prangt/
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Und bey den Büchern nicht so viele Jahre schwitzet/
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Da unsrer Lehrer Fleiß euch bald den Zweck erlangt.
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Ihr die ihr unterm Schutz des theuren Adlers Flügeln/
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Des Großen Friderichs/ vor andern seyd beglückt/
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Erhebt sein Königs-Lob biß zu der Sternen Hügeln/
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Und rühmet/ daß er heut euch gnädig angeblickt.
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Wünscht diesem Salomon ein
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Und bittet auch von Gott/ es wolle deßen Hand/
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Hoch-Edler/ ihm die Zahl der vielen Jahre geben/
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So Zahlreich als sein Ruhm in Teutschland ist bekandt.
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Die Theuren Männer laß/ Gott im Seegen bleiben/
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Die auf dem Saal-
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Ja die der Weißheit Krafft im Lehr und Leben treiben/
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Daß wahre Tugend so den wahren Flor vermehrt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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