Wieder die Verläumdungen aus dem Kempis

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Christian Friedrich Hunold: Wieder die Verläumdungen aus dem Kempis (1701)

1
Verachtet man dein Thun; wird einer übel sprechen/
2
So laß dir dieses nicht der Seelen Ruhe brechen.
3
Gedencke nur/ ich bin der schlimste dieser Welt/
4
Gut/ wenn dein Hertz dich selbst vor einen Sünder hält.
5
Wirds um die Demuht wohl/ gut ums Gewißen stehen/
6
So gehn die Worte fehl/ die in die Lüffte gehen.
7
Bey dem ist Weißheit groß/ der bey Verdruße schweigt/
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Und von der Welt Gericht zu Gottes Richt-Stuhl steigt.
9
In Menschen Reden soll man keinen Frieden suchen.
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Sie sprechen noch so wohl/ sie mögen dich verfluchen/
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Was schadet dir es wohl? verwandelt dich ihr Spott?
12
Wo ist doch Fried und Ruhm? bey keinem als bey Gott.
13
Die nicht begierig sind/ nach Menschen-Gunst zu leben/
14
Und um der Mißgunst auch in keinen Furchten schweben/
15
Die krönt des Friedens-Palm. Gewiß viel größre Lust
16
Wird ihren Seelen so von oben her bewust.
17
Doch wer die Sehnsucht läßt sich in dem Hertzen wallen/
18
Der Welt ihr Freund zu seyn/ und wer ihr mißzufallen/
19
In welchen Sorgen steht; beschwerr sein Hertze sehr/
20
Und ist als wie ein Schiff im Sturm auf weiten Meer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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