Fabel

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Christian Friedrich Hunold: Fabel (1701)

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Ins Land der Wissenschafft gieng
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Und traff drey Menschen an:
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Er dachte/ wenn ich sie zu Freunden haben kan/
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So werden sie mich wohl zu rechte führen.
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Die Mine war an ihnen gut.
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Der erste sprach zu ihm: Wir werden Mühe haben/
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Durch dieses Land zu gehn: drum unser junges Blut
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Soll/ wenn es dir beliebt/ sich unter wegens laben.
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Ich weiß ein Hauß/ da hat man guten Wein/
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Ich weiß ein Hauß/ da Schönen drinnen seyn/
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Ich weiß ein Hauß/ da spielet man in Karten:
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Wenn wir daselbst gewesen sind/
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So wollen wir auch unsrer Sachen warten.
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Ein Kluger wehlt die Lust/ und lauter Müh ein Kind:
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Bey den Gelehrten gilt diß Kleeblat allzuviel;
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Wein/ Weiber/ Karten-Spiel.
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Der andre sprach zu ihm: was wilst du hier
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Und deine Zeit verliehren?
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Ein besser Weg geht in des
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Ein Degen und ein Pferd verdienen eher Geld/
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Als ein gelehrtes Buch. Ich soll allhier zwar leben;
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Doch weil ich mich will in den Krieg begeben/
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Was ist es nutz/ daß ein Soldat
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Viel Wissenschafft gelernet hat?
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Die er doch wieder wird vergessen.
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Das Geld vergnügt verthan/
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Denn die Musqnete her/ das ist mein
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Hier sahe sich der
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Was/ dacht er in sich selbst/ sind in des
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Nur Menschen/ die so artig/ anzuschauen?
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Er sprach darauf den dritten an/
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Der bath ihn/ durch diß Land/ und endlich durch
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Mit ihm zu gehn.
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Dieweil es bald um diesen Tag gethan;
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Vor Abends würden sie sonst an den Ort nicht kommen/
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Alwo der klügste Theil stets Herberge genommen/
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Und müsten sonst zur Schande/ Schmach und Pein
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Im Narren Wirths-Hauß Gäste seyn.
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Es würde sich das andere Vergnügen
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Rach abgelegter Reise fügen.
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Gelehrt- und Wehrter Freund/ du eilest nun dahin/
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Wo wir die Ehren Frucht auf Müh und Arbeit lesen.
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Wodurch ich aber glücklich bin/
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Ist weil wir lange Zeit Gefehrten sind gewesen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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