Als wir in vollem Glücke lebten/

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Christian Friedrich Hunold: Als wir in vollem Glücke lebten/ Titel entspricht 1. Vers(1701)

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Als wir in vollem Glücke lebten/
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Das Friedrichs Tugend uns gebahr;
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Als wir in tausend Aengsten schwebten/
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Da unser König in Gefahr;
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Als wir mit Freuden hörten sagen:
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Die Kranckheit habe keine Noth:
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So hören wir den Donner schlagen/
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Daß Friederich der Erste todt.

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Wie wenn in sechs und zwantzig Jahren
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Ein Land in klarer Sonnen sitzt;
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Kein feindlich Wetter recht erfahren;
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Und denn mit eins der Himmel blitzt:
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So wird ein gantzes Reich erzittern/
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Da dieser hohe Fall erklingt:
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Weil es das gröste von Gewittern/
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Das Preussen in die Seele dringt.

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Je mehr wir unser Wohl ergründen/
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Das aus des Königs Liebe floß/
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In welcher nie ein Grund zu finden:
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Je mehr bricht unser Schmertzen loß.
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Ihr Zeiten seyd zu gut gewesen/
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Als daß die Nach-Welt unsre Lust/
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Soll sonder unsern Jammer lesen/
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Der uns durch Seinen Todt bewust.

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Entkleidet euch/ belaubten Bäume!
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Grün trauret nicht der Preussen Land.
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Ihr Schätze der Natur seyd Träume
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Vor unsern unglückseelgen Stand.
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Der Himmel läßt den Frühling werden;
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Uns wird das Hertz vor Schrecken kalt.
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Die rauhe Zeit muß von der Erden/
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Und nimt in uns den Aufenthalt.

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Die Posten fliegen hin und wieder/
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Und legen durch ein schwartzes Blat
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Der grösten Fürsten Hertzen nieder/
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Weil Friedrich sich geleget hat.
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Welch klagen schallet auf der Höhe!
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Das Seuffzen dringt durch jedes Thal.
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Von Preussens-Wonne/ Preussens-Wehe
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Gehn die

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Wie traurig klingen doch die Glocken!
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Wer fürchtet nicht den herben Thon/
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Dadurch ein gantzes Reich erschrocken?
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Diß Ertz klagt allenthalben schon.
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Die Lufft muß unser Leiden sagen.
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Man wird kein Jahr an diß Metall/
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Doch länger an die Hertzen schlagen/
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Ob unsers theuren Königs-Fall.

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Des Hofes Seele wird gerühret/
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Der Friedrichs Tugend hat gekennt.
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Der Friedrichs Gnade hat verspüret/
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Der noch vor Ihn von Liebe brennt.
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Die Großen klagen in die Wette.
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Berlin dringt mit Gewalt zur Bahr/
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Und sieht auf seinem Purpur-Bette
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Noch einst/ was sein Vergnügen war.

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Der Unterthan kan nichts mehr sprechen;
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Die Angst redt immer einerley.
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Nur diß muß aus der Seelen brechen:
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Daß Friederich gestorben sey.
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Genug gesagt/ sich zu betrüben:
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Ihr König/ der ihr aller Hertz
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Und Vater biß ins Grab geblieben/
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Ist auch im Todt ihr aller Schmertz.

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Ihr Lebenden mögt immer weinen/
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Beweint ein unvergleichlich Gut.
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Denn solt' ein Todten-Heer erscheinen/
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Das dreysig Jahr im Sande ruht/
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Es würde mit Verwundrung sehen
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Berlin in Pracht/ und Hall im Flor/
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Sein Reich vermehrt/ und denn gestehen:
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Dein Fürst gieng allen Fürsten vor.

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Ihr
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Singt bey dem Sarge Schwanen Lieder/
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Um euren König ists gethan.
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Weil sie den Stiffter nun verliehrt/
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Der sie mit Purpur und Geschmeide
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Vor allen Weißheits Töchtern ziert.

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Die Danckbarkeit fließt aus den Augen
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In aller Wissenschafften Mund/
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Der muß das Saltz der Thränen saugen/
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Und machet nichts als Leiden kund.
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Diß Klagen soll die Nach-Welt lesen/
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Doch sonder eitler Worte Schein:
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Ein König/ der so fromm gewesen/
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Will fromm von uns betrauret seyn.

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Der Tag/ der Ihn zur Welt gebohren/
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War groß in der Zufriedenheit
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Der Tag/ der Ihn zur Chur erkohren/
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War noch von mehrer Herrlichkeit.
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Doch dieser Tag/ der uns das Leben
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Zu eben dieser Zeit verliehn/
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Da es der Himmel Ihm gegeben/
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Ist allen Tagen vorzuziehn.

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Wenn andre dieses Fest begehen
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In eitler Lust/ und bloßer Pracht/
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War hier der Weißheit Pomp zu sehen/
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Die allen Glantz zu nichte macht.
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Da hat ein Friedrich triumphiret/
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So herrlich leicht kein Fürst gethan;
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Und weil die Welt die Tugend zieret/
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Steht Sein Gedächtniß oben an.

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Wer feyrt der Todten Lebens-Tage?
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Weil dieser Tugend-Tempel prangt/
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Weil hier nach Weißheit eine Frage/
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Wo man sie mehr als sonst erlangt/
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Wird man in Reden und in Schrifften
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So einer unschätzbaren That/
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Dem Tag' ein Ehren Denckmahl stifften/
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Da Friedrich uns geliebet hat./

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Da man der
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So daß die Zeit/ die sie erkohren/
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Höchst rühmlich vor den Stifter ist.
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Die Weißheit bildet man in Wassen
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Sein Heer zog damahls in das Feld/
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So hat er dieses Kind erschaffen
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Im Harnisch als ein weiser Held.

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So kondten wir glückseelig schauen
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Die Feinde fern von uns bekrigt/
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Den Hahn in unsers Adlers Klauen/
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Der/ wenn er über ihn gesiegt/
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Mit Palmen kam zurück gezogen.
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Uns aber sind in stoltzer Ruh
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Nur holde Tauben zugeflogen/
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Die brachten uns den Oelzweig zu.

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So hoch hat Friedrich uns beglücket.
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Ein danckbahr Hertz vergißt es nicht.
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Das gantze Reich ist noch entzücket/
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Wenn es von diesem Fürsten spricht.
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Verfolgte/ die Er hat geschützet/
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Die rühmen Preussens Canaan/
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So daß Sein Denckmahl unterstützet/
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Was lebt/ und ewig leben kan.

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Um Sein so Königlich bezeigen/
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Da Gott voraus an Ihm gekandt/
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Ließ Er Ihn wunderbahrlich steigen:
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Ihm ward das Erb-Recht zugewandt.
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Diß Glück war groß/ für Ihn zuwenig.
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Als Chur-Fürst saß Er auf dem Thron.
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Und endlich herrschte der als König/
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Der in der Weißheit Salomon.

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Die Welt muß zu den Wundern zehlen/
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Sein selbst gepflantztes Königreich.
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Gott/ der die Crone seiner Seelen/
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Der krönt und salbet Ihn zugleich.
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Die Fürsten hatt' Er sich verbunden/
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Daß sie durch Sein Verdienst gerührt/
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Aus Lieb' Ihm freudig zugestunden/
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Was Seiner Tugend längst gebührt.

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Was kan wohl mehr gesaget werden:
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Als daß Ihn alle Welt geliebt?
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Durch Liebe that Er mehr auf Erden/
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Als andre durch ein Heer verübt.
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Und wenn man in den schwersten Dingen
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Zum öftern an zu zweifeln fieng/
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Half Ihm die Gottesfurcht vollbringen/
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Was über Menschen Kräfte gieng.

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Ihr Großen/ diese Kunst zu lernen/
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Wie Euer Scepter glücklich sey/
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So wachet bey dem Glantz der Sternen/
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Eh noch die Morgen-Röth herbey/
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Daß Ihr ins Cabinet Euch schliesset/
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Und da in tiefster Niedrigkeit
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In heissen Thränen fast zerfliesset
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Um Eures Landes Sicherheit.

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Denn so hats Friedrich angefangen.
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Als Ihm die Thränen auf den Wangen.
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Des Himmels-Seegen folgte drauf.
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Ihm ward auf Lebens-lang beschieden/
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Was eines frommen Fürsten Lust:
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Das Reich bekam den güldnen Frieden/
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Den Himmlischen des Königs-Brust.

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Kein Herr hat iemahls größre Gaben/
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Kein Herr hat ein vollkommner Lob/
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Als unser weiser Held muß haben.
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Doch wenn Ihn alles nun erhob/
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Wenn aus dem allerbesten Grunde
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Sein hoher Ruhm: so hörten wir
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Die Demuth aus dem Königs-Munde:
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Mein Ruhm ist immer/ Gott von dir.

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Nun dieser Ruhm wird vor uns bleiben:
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Die Ehrfurcht schweigt/ o König still/
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Weil ihn kein Redner kan beschreiben,
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Wenn er Dich würdig preisen will.
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Was Klugheit/ Helden Muth erworben/
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Faßt ein Geschichts-Buch kaum in sich.
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Wie Du gelebt/ wie Du gestorben/
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Das ist weit mehr/ als Königlich.

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Wenn wir nun höchst empfindlich weinen
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Um dein so gnädigs Vater Hertz:
191
Muß uns durch dich ein Trost erscheinen;
192
Du machst und linderst auch den Schmertz:
193
Die Hand rührt ihre schwache Glieder/
194
Zeigt auf den Erben deiner Cron:
195
Hier habt ihr einen Vater wieder
196
In meinem auserwehlten Sohn.

197
So sprach dein gründliches Vertrauen.
198
Nun Friedrich Wilhelm sey beglückt/
199
Der alle Tugend lässet schauen/
200
Die Helden Könige geschmückt.
201
Gott wohnte Friedrichs seinen Wegen
202
Mit großer Ehr und Gnade bey:
203
Herr! gib durch deinen Wunder-Seegen/
204
Daß Friedrich Wilhelm grösser sey.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Hunold
(16811721)

* 29.09.1681 in Wandersleben, † 16.08.1721 in Halle (Saale)

männlich, geb. Hunold

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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