Schäfergedicht Auf den hochzeitlichen Ehrentag des vor- nehmen Herrn Jost Dontens/ und Inugfer Chri- stina Baumgartens. Geschehen in Thorn den 28. J n nii/ 1649.

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Georg Neumark: Schäfergedicht Auf den hochzeitlichen Ehrentag des vor- nehmen Herrn Jost Dontens/ und Inugfer Chri- stina Baumgartens. Geschehen in Thorn den 28. J n nii/ 1649. (1652)

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Ich hätte nimmermehr bey mir gedenkken können/
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Was die getreue Lieb’ in manches Menschen Sinnen
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Vor Schmertzen bringt zuweg’ und was sie stifften kan
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Jm fall ichs nicht gesehn am Schäfer Kloriman.
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Es jammert seiner mich. Ich wils mit wenig Wörtern
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Auffs kürtzste wie ich kan/ dir teutsches Blut erörtern/
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Nur thu mir diesen Dienst/ du redlichs Hertze du/
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Verzeih der schlechten Red’ und höre günstig zu:
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Umb eben jene Zeit/ wenn Föbus mit den Pferden
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Den Morgen führet ein der Mexikanschen Erden
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Und bey uns Abend macht/ gieng ich am Weisselfluß
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Umb was zu linderen den schwehren Uberdruß/
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Spatziren auf und ab; in dem ich nun besinne
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Bey mir bald dieß bald das/ werd’ ich von weitem inne/
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Des Schäfer Klorimans/ der sonst mit freyem Muht
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Und edler Tapfferkeit verlachte diese Gluht/
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Die Amor fechelt auf; der/ sag ich/ gieng und nagte/
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Am Daumen wie verwirrt/ als einer welchen plagte
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So manche Hertzensangst; Er war schon wie halb tod;
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Er irrte hin und her; Es trieb’ ihm seine Noht
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Viel tausend Seufftzer auß; Ein rohtvermischt Erblassen
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Schoß ihm auß dem Gesicht’; Er wuste nicht zu fassen/
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Was einen trösten mag; Sein bittres Hertzeleid
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War Ursach daß sein Vieh lieff hie und da zerstreut.
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Ich sah’ ihm welter zu/ es that mir weh im Hertzen/
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Daß dieser arme Hürt’ erlitte solche Schmertzen.
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Der müste ja ein Klotz und nicht ein Mensche seyn
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Der kein Mikleiden trüg’ ob eines andern Pein.
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Drauf gieng er nach dem Pusch’ und ließ die mattẽ Glieder
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Da unter einem Baum’ in dikkem Grase nieder;
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Stützt auf das Knie die Hand/ legt in die Hand den
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Kopff/
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Und griltte mancherley der unglükselge Tropff.
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Er nam sein Seitenspiel so er stets bey sich führte/
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Fieng es zu stimmen an und solches sanffte rührte/
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Vermischte seine Stimm’ in seiner Seiten Klang
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Mit wiederhohlten Ach/ und dieses Liedchen sang.
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Dieß waren Wort und Weis’:

(Neumark, Georg: Poetisch- und Musikalisches Lustwäldchen. Hamburg, 1652.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Georg Neumark
(16211681)

* 16.03.1621 in Bad Langensalza, † 08.07.1681 in Weimar

männlich, geb. Neumark

deutscher Dichter und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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