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Der Adel ist alsdenn kein blosser Dienst zu nennen/
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Wenn man aus solchem Blut/ das Helden zeugen
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Entsprießt/ und nach dem Satz/ den strenge Tu-
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Auch so der Ahnen Spuhr/ wie du/ mein Dan-
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Nur kränckt mich/ wenn ein Thor/ der sich in schnöden
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Pflegt eintzig und allein/ mit seinem Stand zu brüsten/
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So unverschämte Pracht mit fremdẽ Schmucke treibt/
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Und andrer Leute Lob auf seine Rechnung schreibt.
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Sein tapfferes Geschlecht mag durch berühmte Sachen
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Die ältsten Chronicken zu dicken Büchern machen;
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Gesetzt: daß ein Capet/ der Franckreichs Scepter
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Der Ahnen Ritterschild mit Lilgen ausgeziert;
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Wozu sol aber ihm der leere Vorraht dienen/
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Wenn er von solchem Stam̃/ der ehmals groß geschienen/
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Der Welt nichts weisen kan/ als ein verlegnes Blat/
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An dem das Pergament der Wurm geschonet hat?
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Wenn er was göttliches an seiner Quelle spühret/
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Und doch in seinem Sinn zugleich ist überführet/
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Daß man nichts grosses mehr an ihm zu sehen kriegt:
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Als daß ein stoltzer Jeck in weicher Wollust liegt.
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Doch scheint es/ wenn er sich so übermüthig blähet/
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Daß sich nach seinem Winck des Himmels Axe drehet/
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Und daß des Schöpffers Hand/ mit reiffem Vorbedacht/
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Ihn aus viel bessern Thon/ als mich hervor gebracht.
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Was ist es für ein Thier/ du Geist von hohen Gaben!
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Das wir gemeiniglich am allerliebsten haben?
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Ists nicht ein muntres Pferd/ das Krafft und Feuer
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Und keinen neben sich das Ziel erreichen läßt?
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Da offt ein Koppelgaul wird ohngefehr bezahlet/
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Ob gleich manch schönes Roß in seinem Stammbaum
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Und trägt/ wenn er nicht taugt/ den Rentzel über Land/
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Wo man das Schindvieh nicht gar in die Karre spañt.
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Wie aber wilst denn du uns andre so bethören/
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Daß jederman an dir sol was vergangnes ehren?
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Mein Freund du irrest dich/ und kennest nicht die Welt/
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Wo ich nicht Tugend seh/ da seh’ ich keinen Held.
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Getraust du dich dein Blut von Helden herzuleiten?
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So zeig’ auch gleiche Gluth/ wie sie zu ihren Zeiten/
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Ein Hertz das Ehre sucht/ und das die Laster scheut/
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Lebst du wie sichs gebührt? fleuchst Ungerechtigkeit?
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Kanst den der dich bestürmt/ von deinen Mauren treiben?
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Und biß zum Morgen-Thau im Harnisch stecken bleiben?
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Alsdenn erkenn’ ich dich/ daß du recht edel bist/
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Weil man aus deinem Thun des Adels Probe list.
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Alsdenn sey dir vergönnt/ die Ahnen zu erlesen
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Aus denen welche selbst Monarchen sind gewesen/
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Ins tausende Gelied magst du zurücke gehn/
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Die längst verstrichne Zeit sol dir zu Dienste stehn.
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Du kanst der Helden Reih/ wenn dirs gefällt durchwan-
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Komm von Achilles her/ von Cäsarn/ Alexandern.
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Der Neid der streut umsonst dir einen Zweiffel ein/
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Und bist du nicht ihr Sohn/ so soltest du es seyn.
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Hingegen/ hast du gleich Beweiß genug in Händen/
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Daß du von Grad zu Grad stammst aus Alcidens Len-
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Schlägst aber aus der Art/ so legt der Eltern Grab
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Am ersten wider dich ein schlimmes Zeugniß ab/
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Und ihrer Würde Glantz/ den du beginnst zu schwächen/
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Beleuchtet desto mehr dein schändliches Verbrechen/
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Es hilfft nicht/ daß du dich mit ihren Namen deckst/
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Wenn du dich auf der Haut des Müßigganges
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Und wilst du dergestalt der Ahnen Schutz gebrauchen?
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So wird er wie ein Dampff und leichter noch verrauchen.
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Du bleibst ein blöder Held/ der ingeheim betreugt/
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Ob er gleich öffentlich viel güldne Berge leugt.
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Ein Falscher der Verraht und lauter Meineyd brütet/
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Ein Thor/ doch so ein Thor/ der in dem Wahnwitz wütet/
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Und wenn man den Entwurff in zweyen Worten
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Von einem schönen Baum ein abgefaulter Ast.
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Wird meiner Musen Zorn sich auch zu sehr ergiessen?
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Läßt sie nicht schon zu viel vergällte Worte fliessen?
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Sie geht vielleicht zu weit/ und kennt die Weise nicht/
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Nach der man insgemein mit Stands-Personen
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Wolan so wil ich denn mit Glimpff nur dieses fragen:
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Ists lange daß man hört von deinem Adel sagen?
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Schon gantzer tausend Jahr. Uñ dein bekandtes Haus
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Streckt seiner Ahnen Zahl/ auf zwey und dreyßig aus?
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In Warheit das ist viel/ zumahl da zu erweisen/
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Daß ihrer Titel Pracht fast alle Schrifften preisen/
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Ihr Rame lebt/ und trutzt dem Schiffbruch rauher
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Das alles ist sehr gut; doch wer schwert einen Eyd/
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Daß binnen solcher Frist/ der Mütter keusches Lieben
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Den Männern immer treu/ den Buhlern feind geblieben;
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Daß nie ein kühner Freund sie glücklich angelacht/
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Und durch den Adel-Stand dir einen Strich gemacht.
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Und daß ein reines Blut/ aus nicht geringerm Orden
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Stets durch Lucretien dir zugeflösset worden?
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Verflucht sey jener Tag an dem der eitle Tand
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Zuerst die Reinigkeit der Sitten weggebannt!
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Als die noch zarte Welt lag gleichsam in der Wiegen/
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Durfft einer sich auf nichts als auf die Unschuld triegen/
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Das Volck das war vergnügt und in Gesetzen gleich/
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Verdienst war Adels werth/ und galt ein Königreich.
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Da fand man keinen Held/ der sich auf Herkunfft stützte/
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Und der nicht von sich selbst mit eignen Straalen blitzte/
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Biß daß man mit der Zeit die Tugend so verließ/
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Daß man sie Bürgerlich/ das Laster edel hieß.
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Der neu-erwachsene Stand hielt andre bald für Scla-
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Das Land ward überschwem̃t von
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Man hatte Tugend gnug/ wenn man sich Titel gab/
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Und wieß an statt des Kerns die Welt mit Schaalen ab.
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Bald ward ein Wapen-Recht mit Regeln ausersonnen/
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Das/ weil es im Gehirn der Schwärmer angesponnen/
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Ihm eigne Wörter macht/ und unvernehmlich spricht/
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Die Schilde bald bekrönt/ bald in vier Theile bricht.
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Bald pfählt und gegenpfählt/ bald kerbet und verbindet/
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Und was dergleichen mehr die Herolds-Kunst erfindet.
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Da ward nun die Vernunfft der Thorheit unterthan/
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Die Ehre war beschämt/ denn keiner sah sie an.
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Die Kosten nahmen zu/ man ließ Verschwendung spüren/
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Den Vorzug der Gebuhrt nach Würden auszuführen/
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Man baute Schlösser auf/ und gab zum Unterscheid/
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Der Hoffbedienten Schaar ein bunt-gebrämtes Kleid.
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Da muste man viel Troß zum Ansehn bey sich haben/
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Und wer gar vornehm war/ der hielt sich Edelknaben/
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Als aber Geld und Gut des Adels bald verschwandt/
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Und er zum Unterhalt kein leichter Mittel fandt/
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Ward er aus Dürfftigkeit in einer Kunst geübet/
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Die allenthalben borgt/ und nichts nicht wieder giebet;
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Kein Scherge war so frech/ der sich an ihn vergriff/
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Und wenn ein Gläubiger nach der Bezahlung lieff/
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Ließ ihn ein solcher Herr für seiner Schwelle frieren/
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Biß man ihn zum Beschluß sah’ in den Schuld-Thurm
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Da er/ wiewohl zu spät/ sein Ungemach beklagt/
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Wenn ihn des Richters Spruch von Hauß und Hoff
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Diß gab Gelegenheit/ indem die Nohtdurfft fehlte/
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Daß er aus Lumpen-Volck ein reiches Weib erwehlte/
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Der Ahnen Alterthum das gab er in den Kauff/
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Und half sich aus dem Schimpff mit Schande wieder
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Denn wo der Adel nicht den Schein vom Golde lehnet/
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Und bloß sein Alter liebt/ so bleibt er wol verhönet/
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Ein jeder hält ihn werth ins Toll-Hauß einzugehn/
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Und wer ihm anverwandt/ der wil es nicht gestehn.
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Ist aber jemand reich/ nach dem wird alles fragen/
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Ja hätt’ er in Pariß gleich Lieberey getragen/
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Und wüste selber nicht/ wie recht sein Name sey/
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Ein Schmeichler steht ihm bald mit hundert Ahnen
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Und wird ihn/ wer er ist/ aus den Geschichten lehren.
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Auff! Dangeau den Verdienst und Glück für andern
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Der du des Hofes Meer so klüglich durchgespürt/
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Daß deine Tugend nie die Klippen hat berührt.
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Dich hat des Königs Huld zu einem Stand geruffen/
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Da du ihn täglich siehst auf neuen Sieges-Stuffen;
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Und wie was göttliches/ das ihm ist eingeprägt/
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Mehr als der Lilgen Glantz an ihm zu schimmern
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Wie ers verächtlich hält/ wann andre Majestäten
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Vor ihrer Uppigkeit im Purpur nicht erröhten/
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Wie er die träge Lust für eine Bürde schätzt/
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Dem wanckelbaren Glück durch Klugheit Gräntzen
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Und ihm sein Wohlergehn mit eignen Händen bauet/
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So daß der Erden Creyß an ihm ein Muster schauet/
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Wie man sol König seyn; Auf! sag ich/ sey bemüht/
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Wenn dein rechtschaffner Muth/ den Ruhm zum
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Wie du durch treuen Dienst/ und tapfferes Beginnen/
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Magst deines Herren Hertz je mehr und mehr gewinnen/
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Und zeig ihm: daß er heut noch Unterthanen find/
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Die solches Königes/ wie er ist/ würdig sind.