Die Welt läßt ihr Tadeln nicht

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Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz: Die Welt läßt ihr Tadeln nicht (1700)

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Merck auf/ ich bitte dich/ wies jenem Alten gieng/
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Der/ um die Welt zu sehn/ noch an zu wandern fieng/
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Ein Esel trug ihn fort/ sein Sohn war sein Gefährte.
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Als nun der sanffte Ritt kaum eine Stunde währte/
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Da rief ein Reisender ihm unterwegens an:
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Was hat euch immermehr das arme Kind gethan/
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Daß ihrs laßt neben euch auf schwachen Füssen traben/
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Drum stieg der Vater ab und wich dem müden Knaben.
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Doch als er dergestalt die Liebe walten ließ/
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Sah er daß man hernach mit Fingern auf ihn wieß.
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Ihr köntet ja mit Recht/ hört er von andern Leuten/
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Zum wenigsten zugleich mit eurem Buben reiten.
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Er folgte diesem Raht/ und als er weiter kam/
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Erfuhr er daß man ihm auch dis für übel nahm/
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Es schry ein gantzer Marck: ihr thut dem Thiere Scha-
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Man pflegt nicht/ so wie ihr/ sein Vieh zu überladen.
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Der Alte der noch nie die Welt so wohl gekant/
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Der kehrte wiederum/ wie ers am besten fand/
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Und sagte/ solt ich mich in alle Menschen schicken/
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So packten sie mir gar den Esel auf den Rücken.

([Canitz, Friedrich Rudolph Ludwig von]: Neben-Stunden Unterschiedener Gedichte. [Hrsg. v. Joachim Lange]. Berlin, 1700.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz
(16541699)

* 27.11.1654 in Berlin, † 11.08.1699 in Berlin

männlich

deutscher Diplomat und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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