Danck-Schreiben

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz: Danck-Schreiben (1700)

1
Vergönnt mir Schönsten/ daß ich mag
2
Durch diesen Brieff die Hände küssen/
3
Die gestern einen gantzen Tag
4
Zu meinem Dienst sich regen müssen;
5
Und daß ich meine Danckbarkeit/
6
Zu der ich euch verbunden lebe/
7
Bey dieser frühen Morgen-Zeit/
8
Gehorsamst zu

9
Denn daß die liebe Dorilis
10
Vielleicht nicht meiner gantz vergessen/
11
Das hab’ ich keinem sonst gewiß
12
Als eurer Arbeit beyzumessen.
13
Ich sehe noch in meinem Sinn
14
Die zarten Fingerchen spatziren/
15
Am diese/ der ich eigen bin/
16
Mit hundert Schleiffen auszuzieren.

17
So lange wie ich reden kan/
18
Soll immer euer Lob erschallen/
19
Weil ihr so manchen Stich gethan/
20
Mir armen Diener zu gefallen.
21
Mein Hertz das stellt sich selber ein/
22
Mit diesem wil ich euch begaben/
23
Wenn ihr nur wollt zu frieden seyn/
24
Ein schlechtes Macher-Lohn zu haben.

25
Es schien als woltet/ schönstes Paar/
26
Ihr beyde mit einander streiten/
27
Wer/ was noch sonder Ordnung war/
28
Am besten könte zubereiten.
29
Ihr habt zu eurem Ruhm und Preiß/
30
Mir etwas gutes ausgelesen/
31
Jedoch ist eure Müh und Fleiß
32
Mehr wehrt als mein Geschenck gewesen.

33
Nur daß ihr ohne Fingerhut
34
Gefochten/ und den Daum verletzet/
35
Daß euer schönes Purpur-Blut
36
Die eine Liljen-Hand verletzet.
37
Hat mir so weh’ als euch gethan/
38
Weil ich mir die Gedancken mache/
39
Daß dieses Blut schreyt Himmel an/
40
Und fodert die verdiente Rache.

41
Verfluchte Nadel die du dich
42
So eines Frevels unternommen/
43
Ich wünsche daß kein guter Stich
44
Mag mehr von deiner Spitze kommen/
45
Sonst aber wünsch ich zum Beschluß/
46
Um mich nicht länger zu verweilen/
47
Daß bald mein Demuths-voller Kuß/
48
Den bösen Daum mag wieder heilen.

([Canitz, Friedrich Rudolph Ludwig von]: Neben-Stunden Unterschiedener Gedichte. [Hrsg. v. Joachim Lange]. Berlin, 1700.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Friedrich Rudolph Ludwig von Canitz
(16541699)

* 27.11.1654 in Berlin, † 11.08.1699 in Berlin

männlich

deutscher Diplomat und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.