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Herr Bruder ich bin froh/ daß deine werthe Schrifft
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Mit dem was mich ergötzt/ so wol zusammen trifft
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Daß ich es wagen darf/ da ich aus dem Gedränge
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Des Hofes müßig geh/ erbauliche Gesänge
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Mit dir zu stimmen an/ und daß in unserm Geist
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Das alte Schrodt und Korn sich ohne Zusatz weist.
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Beglücktes Vaterland das uns hat auferzogen/
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Und wir noch glücklicher/ daß uns nicht hat betrogen
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Das dir zum zweyten mahl mein Kiel gewidmet hat;
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Der sol wenn du ihn wirst mit gleicher Lust erwecken/
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Dir meine Phantasey noch mehr und mehr entdecken/
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Denn du bist nicht ein Mann nach Art der neuen Welt/
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Der den Machiavell für sein Gebet-Buch hält/
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Der sich bloß auf die Kunst den Hof zu schmeicheln leget/
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Und einen Juncker kaum Herr Ohm zu nennen pfleget/
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Kein Glück ist dir zu starck/ das dich bemeistern kan/
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Dir legt kein Fürsten-Blick die güldne Fessel an;
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Du lebst wie mancher nicht als Last-Vieh angebunden/
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Was du der Herrschafft stiehlst/ das sind vergnügte
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Kein fremdes Wohlergehn ists was dein Hertze nagt/
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Mir ist nicht unbewust/ daß dir ein Schertz behagt/
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Wenn nur ein freyes Wort/ das uns die Zeit verkürtzet/
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Richt seinen Honig-Seim mit Coloquinten würtzet/
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Und nur kein heimlich Gifft den Nechsten sticht und schilt/
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Daß manchem Papagey der Kopff von Eyffer schwilt.
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Du forderst keinen Pracht der köstlichen Pancketen/
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Für dir darff keiner nicht mit schlechter Kost erröthen;
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Ich weiß daß du die Zeit mit Wirthschafft oft vertreibst/
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Und selbst wie Plinius und Columella schreibst.
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Wird doch kein Bücher-Saal im Teutschen Reich ge-
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Da nicht Eusebius in Pergament gebunden;
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Durch Hohbergs treuen Fleiß die späte Nachwelt lehrt/
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Wie die Murene sich in seinen Wassern mehrt.
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So soll denn alle Frucht/ die mein Gehirn gebiehret/
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Weil uns doch gleicher Sinn zum gleichen Handwerck
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Dir künfftig eigen seyn/ wenn nur nicht Grieß und Gicht
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Die Unschuld-volle Lust zu zeitig unterbricht.
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Nimm dis zur Antwort hin auf die geehrte Zeilen/
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Die gestern dir beliebt mir wieder zu ertheilen/
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Nun send ich werthster Freund den Danck der dir gebührt/
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Daß schon dein muntrer Knecht die Räder hat geschmiert/
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Damit du desto eh’/ mit den geliebten Deinen/
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Auff meinem Meyerhof/ am Freytag kanst erscheinen.
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Fort Gelben! biß der Trab euch das Gebiß beschäumt/
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Euch ist schon Kripp und Stall beyzeiten ausgeräumt.
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Seyd stoltz/ weil ihr vielleicht noch nicht in einem Wagen/
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So viel vom edlen Blut der - - - habt getragen/
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Schickt euch zur stillen Ruh/ und einem kutzen Lauff/
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Und haltet länger nicht den Wirth zu Blumberg auf.
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Denn wenn er einen Hund von weiten bellen höret/
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Ein freudiges Gesicht nach seinen Gästen kehret.
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Ihr dürfft nicht nach dem Schritt der andern Rosse sehn/
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Denn jene läßt mit Fleiß ihr Herr so langsam gehn/
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Daß ihn das Tugend-Bild/ das mit so holden Blicken
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Ihm an der Seiten strahlt/ noch länger sol entzücken.
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Doch glaubt mir/ wenn er ihr nur das geringste sagt/
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Dadurch ihr Helden-Muht ins Harnisch wird gejagt/
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Wird nach dem ersten Blitz der zornigen Geberden/
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Er selbst von Schrecken stum̃/ die Braune rasend werden.
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Zuletzt ersuch ich dich/ daß meiner Grillen Tand/
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Herr Bruder dir allein/ nicht Fremden sey bekandt.
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Ein Lied daß ich nur dir/ und keinem andern singe/
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Das ist kein Ständgen nicht/ das ich der Strasse bringe/
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Ein Kuß der Marck und Bein in Keuschheit zittern macht/
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Wird/ wenn es niemand sieht/ zum besten angebracht.
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Ich habe guten Fug ein solches zu begehren/
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Drum wirst du als ein Freund/ es deinen Freund ge-
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Sonst zieh ich meinen Kopf als wie die Schnecken ein/
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Und werde weniger/ als sonst dein Diener seyn.
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Mit den Satyren selbst/ die in den Wäldern hüpffen/
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Werd ich auff solchen Fall/ mich wider dich verknüpffen/
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Und schreyen daß es weit durch Berg und Thäler gällt/
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Daß auch der beste Freund nicht Treu und Glauben