Das Vogelnest

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Christian Felix Weiße: Das Vogelnest (1767)

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Da hab ich es, das Hänflingsnest!
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Nun ist mirs endlich doch gelungen:
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Das ganze Nest und mit vier Jungen: —
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Ja sträubt Euch nur, ich halt Euch fest.

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Doch wie barmt nicht der Aeltern
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Paar!
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Soll oder soll ich sie nicht nehmen?
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Nein, nein, deß müßt ich mich ja schämen,
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Ich handelte, wie ein Barbar.

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Wie oft hat mich nicht ihr Gesang,
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Lag ich im Grase dort gestrecket,
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Zu Harmonie und Lust erwecket,
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Und dieß wär nun der ganze Dank?

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Ich riß ihr armes Häuschen ab,
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Das sie nach Gastrecht mir vertrauet,
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Von Moos und Stroh sich selbst erbauet,
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Zu dem ich nicht ein Hälmchen gab.

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Wenn eine räuberische Hand
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Mich meinen Aeltern nun entrissen?
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Was würden da für Thränen fließen,
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Wie jammervoll wär unser Stand!

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Nein, liebe Sänger, bleibt in Ruh,
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Hier habt Jhr Eure Kinder wieder:
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Vervielfacht singt Jhr Eure Lieder,
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Mir dann aufs nächste Frühjahr zu.

(Weiße, Christian Felix: Lieder für Kinder. Leipzig, 1767.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Felix Weiße
(17261804)

* 28.01.1726 in Annaberg-Buchholz, † 16.12.1804 in Stötteritz

männlich, geb. Weiße

deutscher Schriftsteller und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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