Der Fleiß

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Christian Felix Weiße: Der Fleiß (1767)

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Süßer, angenehmer Fleiß!
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O wie herrlich ist der Preiß,
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Den er jedem Jüngling beut,
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Der ihm seine Kräfte weiht.

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Wenn die Langenweile gähnt
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Und sich krank nach Possen sehnt,
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Hüpft in froher Thätigkeit
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Die ihm nie zu lange Zeit.

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Ja, auf seidnen Schwingen fliehn
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Seine Stunden vor ihm hin:
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Den verlohrnen Augenblick,
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Nichts sonst, wünscht er sich zurück.

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Er ist stark, gesund und frisch,
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Arbeit würzet ihm den Tisch,
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Und kein kranker Ekel schleicht
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Sich zu seiner Mahlzeit leicht.

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Wenn er winkt, drückt ihm die Ruh
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Seine Augen willig zu:
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Nie hat ihn ein Traum geweckt,
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Der im Schlummer ihn geschreckt.

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Er begegnet allemal
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Früh dem ersten Sonnenstral,
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Wenn er, munterm Fleiß geneigt,
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Von den Bergen nieder steigt.

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In der Jahre reifern Lauf
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Suchen Ehr und Würd ihn auf:
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Glück und Seegen warten sein,
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Um sein Alter zu erfreun.

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Aller Orten trifft er dann
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Früchte seiner Arbeit an,
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Keinen Augenblick der Zeit,
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Die er nun umsonst bereut.

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Auch im Alter, auch als Greiß
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Ist er munter und voll Fleiß,
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Und ihn trägt kein falscher Stab
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An sein ruhigs, spätes Grab.

(Weiße, Christian Felix: Lieder für Kinder. Leipzig, 1767.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Christian Felix Weiße
(17261804)

* 28.01.1726 in Annaberg-Buchholz, † 16.12.1804 in Stötteritz

männlich, geb. Weiße

deutscher Schriftsteller und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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