1.

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Georg Neumark: 1. (1652)

1
Unter den schönen rohten Apfelwangen/
2
Offte nicht hoffend wird ein Wurm gefangen;
3
Also die Menschen/ die man meint vol treuen/
4
Soll man offt scheuen.

5
Denn wenn vielleicht der Mund an einem Ohrte/
6
Stösset heraus die zukkersüssen Worte/
7
Lässet das falsche Hertz ihm doch gefallen
8
Bittere Gallen.

9
Eben auch so (zwar schönste Schäferinne/
10
Falscheste Doris andre Perelinne)
11
Biflu gesinnet. Denn auf dich zu bauen/
12
Darf man nicht trauen.

13
Gleich wie die Nuß/ die man mit grossem Krachen/
14
Zwischen den Zähnen pfleget aufzumachen/
15
Krellet/ und endlich doch ist nichts zu naschen/
16
Als Würm’ und Aschen.

17
Also bemühet bin ich auch gewesen/
18
Eh ich treulose deiner Gunft genesen;
19
Aber nun find’ ich vor die Liebesfreuden
20
Liederlichs Reiden.

21
Tausendmal hett’ ich wol darauf geschworen/
22
Daß du zum Liebsten mich allein erkohren/
23
Aber nun seh’ ich daß ich jenem Bleichen
24
Schimpflich muß weichen.

25
Warlich/ Er ist doch ja von schlechten Gaben/
26
Wunder/ daß du den Thoren lieb kanst haben/
27
Doch! Er ist Reich/ hat grosse Klumpen Gelder
28
Wiesen und Felder.

29
Höre/ wie offt hast du gesagt: Jhr Sterne/
30
Zeuget daß mein Gemüht’ an Falschheit ferne/
31
Auch daß mein Lieben sey ohn alles Triegen.
32
Pfuy der Lügen!

33
Weistu nicht daß der Himmel die gerochen/
34
Welche so schändlich ihren Eyd gebrochen/
35
Fahre nur hin du wirst es bald erfahren/
36
In turtzen Jahren.

37
Aber nicht/ daß mich etwan deine Schmertzen
38
Kützelen solten. Nein/ ich trag’ im Hertzen/
39
Als dein getreuer Schäfer/ mit dir Armen/
40
Grosses Erbarmen.

41
Dieses nun bin ich von dir inne worden/
42
Schändliche Doris aus dem falschen Orden.
43
Doch acht’ ichs nicht/ bistu doch nicht alleine/
44
Die ich wolmeine.

45
Wilstu nicht lieben/ kanstu es wol lassen/
46
So wol als Hertzen kan ich dich auch hassen/
47
Doris hinweg ein ander treues Küssen
48
Wil ich bald wissen.

(Neumark, Georg: Poetisch- und Musikalisches Lustwäldchen. Hamburg, 1652.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Georg Neumark
(16211681)

* 16.03.1621 in Bad Langensalza, † 08.07.1681 in Weimar

männlich, geb. Neumark

deutscher Dichter und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.