1.

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Georg Neumark: 1. (1652)

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Warüm soll Ich mein Hertz mit Grämen täglich fressen/
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Und daß Ich Menschlich sey/ so liederlich vergessen/
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Ob schon die Feuersbrunst deß Meingen mich beraube
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Was Gottes Gunst und Glükk Mir reichlich hatt’
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erlaubt.

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Es war ja nichts als Gut/ welchs nie beständig bleibet/
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Welchs oftmals unversehns wie Heu und Spreu zersteubet/
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Gott theilte Mir es mit aus seiner Gnadenhand/
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Der hat es wiederüm auch von Mir abgewande.

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Ich bin ein Mensch/ warüm soll Ich dem Glükke fluchen/
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Ist doch mein Gott getreu/ der Mich nicht lest versuchen/
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Daß Ich was tragen soll in dieser Sündenwelt
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Was über meine Macht/ und Mit unmöglich fällt.

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Gott legt uns eine Last zwar auf den matten Rükken/
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Daß wir gantz Athemloß darunter fast erstikken/
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Doch trägt Er selber mit/ und schenkt uns seine Huld/
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Wenn Er nur an uns merkt die hertzliche Geduld.

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Er wil mich dießmal auch ins nützlich’ Ungtük führen/
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Daß Er mein kindlichs Hertz mög als ein Vater spühren/
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Wie es geberden wil in solchem harten Stand’/
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Obs auch zu frieden sey mit seiner Züchtgungshand.

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Darüm ist auch mein Glaub’ als Mauerfest gegründet/
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Daß/ wie nach grossem Sturm’ ein Soñenschein sich findet/
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Mir wieder scheinen wird auf dieses Traurig-seyn/
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Ein Glükk das zwiefach ist/ und Gottes Gnadenschein.

(Neumark, Georg: Poetisch- und Musikalisches Lustwäldchen. Hamburg, 1652.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Georg Neumark
(16211681)

* 16.03.1621 in Bad Langensalza, † 08.07.1681 in Weimar

männlich, geb. Neumark

deutscher Dichter und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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