Aus Ovids Metamorphosen

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Aus Ovids Metamorphosen (1841)

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Es flickt ein Schneider ein Gewand
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Für eine Majestät,
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Und wie er's hält in seiner Hand
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Und in den Falten späht:
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O Wunder, Wunder! was schaut heraus?
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Eine Laus, eine Laus, eine königliche Laus.

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Der Schneider hüpft vor Freud' empor,
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Sieht sie mit Wollust an,
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Und holt sein Messer flugs hervor,
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Und ach! was macht er dann?
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O Wunder, Wunder! er spaltet sie,
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Spaltet sie, spaltet sie, dieses königliche Vieh.

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„die eine Hälfte bleibet mir
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Von dieser Königslaus,
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Es stecket soviel Blut in ihr,
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Ein Fürst wohl wird noch draus.“
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O Wunder, Wunder! er speist sie geschwind,
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Und er wird, und er wird, wird ein fürnehm
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Fürstenkind.

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Da fragen die Gesellen ihn:
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„was aber kriegen wir?“
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„die andre Hälft' ist euch verliehn,
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Das ist genug für vier.
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O Wunder, Wunder! aus der halben Laus
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Kommen noch, kommen noch fünfthalb Grafen wohl
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heraus.“

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Der Lehrjung sah sich Alles an:
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„herr Meister, sagt mir jetzt,
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Hier seh' ich kriegt ja jedermann,
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Was krieg ich denn zuletzt?“
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„o lecke, lecke das Messer rein,
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Und du wirst, und du wirst 'n schlechter Edelmann
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noch sein!“

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(17981874)

* 02.04.1798 in Fallersleben, † 19.01.1874 in Abtei Corvey

männlich, geb. Hoffmann

deutscher Dichter und Germanist, Verfasser des „Liedes der Deutschen“

(Aus: Wikidata.org)

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