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Jhr ädlen Geister auf/ auff die ihr die Gedanken/
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Voll himmlischer Begier nicht in die engen Schranken
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Der schnöden Eitelkeit euch lasset schliessen ein/
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Auf/ ich beschwer’ euch itzt/ läst hören was soll sein/
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Der Zweg/ das rechte Ziehl des vorgesetzten Lebens
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So euch im Sinne liegt? Ich such’ es nicht vergebens.
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Denn hier ist solch ein Sinn der noch im suchen ist/
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Und gäntzlich euer Ziehl zu seinem Zwek erkiest;
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Der sich dem Tugendzwang in allem untergiebet
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Und nichtes ausser ihr/ und ihrer Hoffstadt liebet;
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Ein Geist da Feuer ist/ da sich der Himmel regt/
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Der/ was ihm wiedrig fällt/ zu grund und bodẽ schlägt.
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Mir dencht ich höre schon mit gleichen Stimmen sagen;
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Der Berge reiches Mark/ das völlige Behagen/
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Des der nur irrdisch ist/ wird nicht von Euch erwählt/
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Auch nicht die Herrengunst/ die mancher Mensche zählt
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Bey sein gantz höchstes Glük; Wiewol es solche Gaben
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Die wehrt und theuer sind/ die sie auch gerne haben.
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Die Ehre thut es nicht/ darnach so mancher strebt
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Der lieber ohne Gott als grosses Ansehn lebt.
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Es ist was bessers noch das kluge Sinnen lieben/
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Um welches sie vorauß sich in der Tugend üben:
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Die Ruhe des Gemühts; Dleß ist das rechte Ziehl
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Worauf ein ädler Geist sich endlich legen wil.
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Worauf Er täglich denkt üm solches zuerlangen.
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Wie zeitig habt ihr nun/ Herr Neumark/ angefangen
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Recht nach der klugen Ahrt zu suchen diesen Stein/
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Der nicht verweltzet wird/ der ewig fest kan seyn.
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Der Jugend zartes Theil ist schon vorbey geschlichen
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Mit der die Thorheit auch zu weichen sich verglichen/
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Viel Fälle bleiben nach die stets ein kluger Sinn/
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Bedenkt und überlegt biß in das Alter hin.
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Der unerschöpffte Fleiß den Künsten obzuliegen/
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Die angewandte Müh ließ schon die Jahre siegen
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die minder jährig sind. Du dachtest in die Welt
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Und wagtest es getrost. Wie manche Noht befällt
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Den Fremdling hier und dar/ die ihn nicht wenig schrekket!
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Doch Lust zur Wissenschafft hat alles überdekket/
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Bey dir auch wehrter Freund. Es siel zum öfftern ein-
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Wie kan das wilde Meer doch ohn Gereusche seyn?
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Ja auch die Quellen selbst? den Büchern sein ergeben/
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War ja von Anbeginn dein Hertz und gantzes Leben.
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Ein muhtiger Soldat acht keine Mühe nicht/
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Noch Noht die sonsten leicht die schwachen Sinnen bricht/
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Jmfalt er Sieg und Ruhm und Ruhe wil erlangen.
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Du bist den steilen Berg zwar schwitzend angegangen
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Doch voller Hoffnungstrost; der grüne Helikon
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Und der neun Schwestern Chor hat vielmals deinẽ Thon
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Mit grosser Luft gehört/ nach dem du vorgekommen
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Und deinen sichren Sitz nun unter Sie genommen/
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Auf ihren Anbefehl: Hier ist der Zweg die Ruh
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So auf die Unruh kömmt. So thu nun dieß darzu
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Mein Freund/ und sey bereit die Deinen zu begrüssen/
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Stekk hier des Reisens Ziehl/ laß deiner ja geniessen/
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Für allen sonderlich das liebe Vaterland
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Befihl dem Himmel erst/ dein Glük/ Beruff und Stand
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Mit heisser Andachtsgluht; Hernachmals lasse walten
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Die wol beflissen sind in Ruh dich zu erhalten/
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Gott hat schon solche Freund dir allbereits ersehn/
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Die werden hochgeneigt vor deine Wolfahrt stehn.
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Der grosse Wilhelm wird/ wie sonst pflegt zu bemahlen
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Die Sonne Wald und Feld/ mit Gnaden dich bestrahlen-
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Und schenken Ehr’ und Ruh/ die auch dein steter Fleiß
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Und unverdrosne Müh nach billigem Geheiß/
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Der wehrten Tugend selbst mit Fügligkeit verdienet.
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Da hastu deinen Zweg! wann solche Ruhe grünet/
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Was wird noch übrig seyn? Such dir dein ander Du.
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Ein Tugendhafftes Weib bringt angenehme Ruh
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Durch ihre Freundligkeit und liebliches Beginnen/
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So dieser Stand erheischt. Hie stillen sich die Sinnen/
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Die hin und her gewankt; Hier ist der Port am Meer.
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Wie wann viel Quellen sich geschlängelt hin und her/
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Und alle doch zuletzt in einen Fluß ergossen;
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So kömmt auch diese Ruh gewünscht herbey geflossen
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Mit voller Liebligkeit; Mein Wunsch ist dashierbey
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Dein Hertze sonder falsch ja wol vergnüget sey.
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Jmsall denn deine Lust und Wohlfahrt so wird gläntzen/
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Jedoch mein wehrter Freund vergiß des Grünen nicht
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So seinen Wachsthum hägt. Es wil/ was noch gebricht
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An Lust und Nutzbarkeit die grüne Ruh ersetzen
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Es grün ja alles dir bey außerleßnen Schätzen
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So Gott und die Natur ertheilet mildiglich
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Die neue Müh auch dann grun’ und ergetze dich.
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Doch was ist alles dieß? imfall ich’ noch bedenke
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Und meine Sinnen gantz auf solche Wohlfahrt lenke
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Die nur der Himmel hält? Wenn sich des Lebens Ziehl
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Nach Unruh Noht und Müb mit Ruhe schliessen wil.
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Das ist ein grosses Gut! mit süssem Jubiliren
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Wird Gottes Lamm uns dort zum Lebensbrunnen führen.
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O Ruh O süsse Ruh die ewig grünend ist
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Der du als Gottes Kind mein Reumark fähig bist.
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Dahin ist angesehn dein Tichten schöner Lieder
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Die Gottes Geist erwekkt und dadurch hin und wieder
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Viel fromme Seelen regt/ und mancher schöhne Satz
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In deiner Poesie die als ein ädler Schatz
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Sehr wehrt gehalten wird bey Tugendhafften Sinnen.
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Fahr fort du ädler Geist ein mehrers zu beginnen
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Parnassus lache dir mit voller Liebe zu
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Sich nicht de Tadler an/
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Verbleibe stets bereit der Redligkeit zu dienen/
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Laß unsre Freundespflicht nicht ruhen sondern grünen/
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So lang als diese Welt/ Graß/ Laub und Blumë trägt/
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So lang das blaue Dach des Himmels Sternen hegt.