Die Aerzte

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Die Aerzte (1744)

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Durch den Anblikk holder Nimfen,
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Durch die Würkung sanfter Hände,
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Frischer Wangen, schwarzer Augen
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Senken sich in Geist und Glieder
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Neue Kräfte, neues Leben.
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Wenn ich, voll von Schlafsucht, liege,
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Darf mich nur Dorinde kützeln,
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Plötzlich hör’ ich auf zu schlafen.
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Wenn mir Kopf und Waugen schmerzen,
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Darf sie sie nur einmal streicheln,
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Plötzlich weichen alle Schmerzen.
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Neulich raubte mir ein Fieber
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Kraft und Lust aus allen Nerven,
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Und ich fieng schon an zu sterben;
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Aber Doris, meine Taube,
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Strich, mit sanften Liebeshänden,
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Alle halberstorb’ne Glieder,
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Und, indem ich sterben wolte,
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Küßte sie zum Abschiedsseegen
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Noch einmal die blassen Lippen,
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Plötzlich hört’ ich auf zu sterben.
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Plötzlich flohen Brand und Fieber,
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Plötzlich ward ich froh und munter.
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Zwanzig Stunden nach dem Kusse
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Fühlt’ ich schon in allen Gliedern
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Neue Kräfte, neues Leben;
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Und nach zwanzig andern Stunden
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Hatt’ ich mir, mit neuen Kräften,
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Schon die Lippen roth geküsset.
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Doris! dein Genesungsmittel
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Hat den Beifall aller Aerzte;
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Aber lehr es keinen Aerzten,
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Spar es nur für meine Fieber,
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Und verschreib es keinen andern.
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Deine Schwestern kanst du’s lehren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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