Amor, ein Werber

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Amor, ein Werber (1744)

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Amor wirbt, ich seh ihn werben.
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Wie geschäftig, und wie freundlich
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Dringt er sich in alle Haufen.
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Doch! er ist nicht iedem sichtbar.
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Seht! ietzt geht er mit spatziren,
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Seht! ietzt führt er die Geworb’nen
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An den Händen treuer Freunde,
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Unter Weiden oder Linden;
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Und, gesichert für Verrätern,
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Schweren sie zu seiner Fahne.
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Seht ihn bei den Uberläufern,
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Seht doch! er bedekkt mit Larven
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Wangen, welche leicht erröten,
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Und entführet sie den Wächtern,
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Und verbirgt sie für Verrätern,
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Und begleitet sie zum Tanze,
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Und entdekkt sie nur dem Tänzer,
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Dem er sie zum Tanze bringet.
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Graun und Cato
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Er bestellt in weissen Sälen
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Spieler zu den Spielerinnen,
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Tänzerinnen zu den Tänzern,
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Und Verliebte zu Verliebten;
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Und dann wirbt er sich die Besten.
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Wenn es ihm an Volke fehlet-
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Darf er keine Trommel rühren.
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Alle Strassen voller Schlitten,
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Alle Säle voller Larven,
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Alle Böden voller Tänze,
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Alle Stühle voller Andacht,
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Alle Bänke voller Weisen,
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Alle Gärten voller Rosen,
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Alle Ufer klarer Bäche,
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Alle Logen und Parterren
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Dienen ihm zu Werbeplätzen.
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Seht! dort führt er die Geworb’nen
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Durch die Thür des Operhauses;
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Sagt mir, konnten einst die Preussen
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Ihre Riesen besser werben?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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