An den Winter

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: An den Winter (1744)

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Winter mit dem grauen Barte,
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Mit den angefrornen Lokken,
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Wilst du denn nicht einmal lachen?
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Sind die Lippen zugefroren?
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Komm herein, was stehst du draussen?
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Komm herein, du solst schon thauen.
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Sich! wie störrisch sind die Minen.
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Bist du denn ein Feind der Freude?
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Wilst du meine Lust verdammen?
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Gut! so will ich dich nicht bitten.
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Aber sei nur immer störrisch,
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Mache Felder, mache Fluren,
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Mache Berg und Thäler traurig,
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Mich solst du nicht traurig machen.
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Tödte diese frische Lilgen,
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Tödte diese iunge Rosen,
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Auf den iugendlichen Wangen,
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Tödte sie einmal zum Scherze;
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Aber laß mir nur die Rosen,
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Auf den Wangen, auf dem Busen
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Meiner braunen Doris blühend:
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Dann so soll sie dich beschämen,
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Dann soll sie mit einem Kusse
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Meinen halberstorbnen Wangen,
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Alle Rosen wieder geben;
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Dann soll sie mit ihren Lippen
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Meine Lippen schöner färben.
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Alter! wilst du’s selbst versuchen?
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Komm! sie soll dich einmal küssen;
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Dann solst du, wir wollen wetten,
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Bald dein Pelzwerk von dir werfen.
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Dann solst du für Hitze dursten.
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Komm! hier ist schon was zu trinken.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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