An das Frauenzimmer

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim: An das Frauenzimmer (1744)

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Sagt mir doch, geliebte Schönen,
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Ist euch Amor denn nicht sichtbar?
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Oder sagt ihrs niemand wieder,
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Weil er allzu oft erscheinet?
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O! ihr dürst es nicht verbergen,
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Wenn er euch gleich oft erscheinet.
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Kan ein Gott euch Schande bringen?
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Wenn er euch des Nachts belauschet,
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Wenn er euch des Tages lokket:
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O! so sagt es, euch zur Ehre,
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Freunden oder Gönnern wieder.
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Dann wird euch ein ieder loben.
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Oder wolt ihrs mir entdekken:
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So will ich, ihr solt es schen,
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Euch einmal den Amor fangen.
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Dann könt ihr mit goldnen Strikken,
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Ihn an euer Bette binden,
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Daß er Wunsch und Klagen höre.
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Dann könt ihr ihm alles klagen,
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Und ihn eher nicht befreien,
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Bis er sich mit euch versöhnet,
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Bis er alle Kammersorgen
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Mit der Kammerlust verwechselt;
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Bis er sich in allen Stükken
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Gütig, wie ein Gott, erwiesen.
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O! wie werdet ihr die Güte
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Des gefangnen Gottes preisen.
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Ruft mich nur, wenn er erscheinet,
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Denn ich weiß ihn gut zu fangen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
(17191803)

* 02.04.1719 in Ermsleben, † 18.02.1803 in Halberstadt

männlich

Dichter der Aufklärungszeit

(Aus: Wikidata.org)

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