Caput XV

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Heinrich Heine: Caput XV (1844)

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Die Fahne stäubte er gleichfalls ab,
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Und er sprach: „mein größter Stolz ist,
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Daß noch keine Motte die Seide zerfraß,
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Und auch kein Wurm im Holz ist.“

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Und als wir kamen in den Saal,
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Wo schlafend am Boden liegen
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Viel tausend Krieger, kampfbereit,
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Der Alte sprach mit Vergnügen:

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„hier müssen wir leiser reden und gehn,
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Damit wir nicht wecken die Leute;
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Wieder verflossen sind hundert Jahr
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Und Löhnungstag ist heute.“

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Und siehe! der Kaiser nahte sich sacht
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Den schlafenden Soldaten,
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Und steckte heimlich in die Tasch’
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Jedwedem einen Dukaten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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