Ode auf die unvermuthete Ankunft des Erbprinzen, Nachdem Braunschweig kurz vorher durch den Prinzen Friedrich glücklich entsetzt worden

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Ode auf die unvermuthete Ankunft des Erbprinzen, Nachdem Braunschweig kurz vorher durch den Prinzen Friedrich glücklich entsetzt worden (1764)

1
Der Erbprinz ists! Sein Auge blitzt
2
Den Heldengeist, der ihn verräth.
3
Er hört es, fliegt herzu, und schützt
4
Sein Vaterland, das Jhn um Hülfe fleht.

5
So eilt der Blitz vom Niedergang
6
Zum Aufgang hin, des Rächers Willen,
7
Zu dem der Unschuld Winseln drang,
8
An den Verbrechern zu erfüllen.

9
Schon wieherte das stolze Roß
10
Des Galliers um uns herum;
11
Und Braunschweigs Fluren, öd und bloß,
12
Und jeden Hain, vor tiefen Schrecken stumm,

13
Umzingelte das freche Heer;
14
Sie jauchzten, trunken vor Vergnügen,
15
Und sahn im Staub uns schon so sehr,
16
Als wie der Welfen Mauren liegen.

17
Mit Feuer, das der Bosheit Hand,
18
Nicht Menschen ähnlich mehr zu seyn,
19
Dem finstern Tartarus entwandt,
20
Gedachten sie, uns unserm Tod zu weihn.

21
Schon stand im dunkeln Sturm der Feind
22
Vor unsern Wällen; schon versiegte
23
Vor ihm die Fluth; und schnell erscheint,
24
Da jeder Stral von Hofnung trügte.

25
Der Sieger Friedrich. Mächtig bricht
26
Sein Phalanx durch; die Schanze trinkt
27
Der Feinde Blut; Er kömmt, Er ficht;
28
Der Ewge wägt; und Frankreichs Schale sinkt.

29
Was flieht er so, der stolze Feind,
30
Der mit der Hölle Brand gerüstet,
31
Zu unserm Untergang vereint,
32
Sich kürzlich noch so hoch gebrüstet?

33
Er flieht. Vergebens! Jhn ereilt
34
Carls Erstgebohrner; und sein Schwerdt,
35
Das nie unthätig sich verweilt,
36
Nimmt Rach an ihm, da er den Rücken kehrt.

37
O Prinzen, Eure tapfre Hand
38
Zerbricht die Fesseln! welch Vergnügen,
39
Zu streiten für das Vaterland,
40
Und für das Vaterland zu siegen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.