Dritte Ode

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Dritte Ode (1764)

1
Nicht verzweifelungsvoll, oder des süßesten Glücks
2
Ungewiß, klaget mein zärtliches Herz;
3
Nein, ich werde geliebt, und nun, da sie mich liebt,
4
Bin ich doch dreymal unglücklicher noch!

5
Daphne, liebe mich nicht! Ueber uns hänget voll Nacht
6
Schrecklich ein eiserner Himmel herab.
7
Nicht ein gütiger Stral schimmert uns hinter der Nacht,
8
Furcht und Entsetzen schwebt rund um uns her.

9
O parteyisches Glück, warum lächelst du nie
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Liebender Unschuld und standhafter Treu?
11
Ists der Zärtlichkeit Loos, immer vom tödtlichen Gram,
12
Langsam gequälet, das Opfer zu seyn?

13
Jetzo, da du mich liebst, Daphne, faßt mich mein
14
Unüberwindlich, wie sprech ich ihn aus!
15
Ach! du liebest nur den, welchen ein plötzlicher Sturm
16
Auf den betrügrischen Wellen ergrif;

17
Grausam schmiß ihn der Sturm von dem zaubrischen
18
An den verwüsteten Felsen hinan;
19
Jhn ergreift sein Geschick, ach! und der eiserne Arm
20
Schmiedet ihn fest an den blutigen Fels.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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