Die Geige . An den Freyherrn von Zedlitz

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Die Geige . An den Freyherrn von Zedlitz (1764)

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Hier liegt sie wartend und still, die Cremonesische Laute,
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Kein Glanz verräth den bezaubernden Ton.
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In prachtloser Einfalt hat sie der welsche Künstler er-
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Noch schlafen die Harmonien in ihr.

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Wer nimmt den Bogen, o Freund, und folget dem
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O! singt uns niemand vom Benda ein Lied?
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Was hör ich? Täuschet das Ohr der zärtlichsten Sän-
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Wenn sie verschwindende Triller hinseufzt?

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Ist dies ein Künstler allein? Auf einer einzigen Geige
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Rauscht er vollstimmig, als wie ein Concert?
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Welch ein entzückender Ton, der sich, wie Farben in
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In andern Tönen unmerklich verliert!

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Tief unten brauset das G, mit einer donnernden Stim-
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Furcht und Entsetzen zum staunenden Ohr.
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So wie ein wilder Orkan, in Höhlen des Harzes ver-
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Die schallenden Felsen murmelnd durchbrüllt.

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Und in der hellesten Höh, der oft der Stümper ent-
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Ertönt reinklingend der silberne Ton.
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Die höchste Note klingt stark, wie an dem Thurm der
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Das kleinste Glöckchen harmonisch erklingt.

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Auf Virtuosen sey stolz, Germanien, die du gezeuget.
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In Frankreich und Welschland sind Größere nicht.
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Klopstocke zählst du nicht viel. Jhn lohnt der nordische
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O! hattest du keine Belohnung für ihn?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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