Der Adel . An den Freyherrn von G - - -

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Der Adel . An den Freyherrn von G - - - (1764)

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Freund, der Adel, der dich unterscheidet,
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Den der Bürger spottend oft beneidet,
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Dieser Vorwurf in so viel Satyren
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Wird dich stets zieren.

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Wer gewohnt ist, so, wie du, zu denken,
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Und zur Weisheit seinen Trieb zu lenken,
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Der stolziert nicht auf zerrißne Fahnen
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Ruhmwerther Ahnen.

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Er gebraucht nur, leichter sich zu heben,
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Was ein Zufall ihm umsonst gegeben;
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Da der Ruhm und Glanz von Wapenschilden
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Nicht Helden bilden.

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Stand und Adel von dem Muth gebohren
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Wird zur Thorheit bey den stolzen Thoren.
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Und wie öfters bläht die hohe Dame
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Nichts, als ihr Name.

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Hat sie etwa angenehmre Wangen?
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Lacht ihr Auge zärtlicher Verlangen?
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Und zeigt sie uns etwa höhre Sinnen
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Als Bürgerinnen?

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Ist der Junker zum Soldaten besser?
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Ist sein Fortgang in der Weißheit größer?
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Oder ist er, wenn Parteyen sprechen,
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Nicht zu bestechen?

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Freund, du weißt es, einen wahren Weisen
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Muß die Nachwelt, ohne von, auch preisen;
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Da der Ritter, der den Fuchs bekrieget,
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Vergessen lieget.

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Dich G —, braucht kein Stand zu heben;
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Du wirst ewig durch dich selber leben.
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Auch als Bürger müßt es dir gelingen,
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Dich hoch zu schwingen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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