Einladung An H. P. G - - -

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Einladung An H. P. G - - - (1764)

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Freund, unser Leben ist kurz, der Thoren aber sind viel,
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Die uns die theuren Stunden entziehn.
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Sey geitzig, Freund, auf die Zeit, die uns die Freund-
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Es sey uns jede Stunde, wie Gold.

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Schon lange grünt uns nicht mehr der abgestorbene
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Der in den süssen Schatten uns rief;
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Schon lange singt uns nicht mehr der Vogel Zärtlich-
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Und wüste Stürme brausen daher.

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Der Schenktisch lächelt zwar auch in Strephons präch-
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Aus heitern Caravinen dir zu;
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Doch, Freund, der prächtige Saal herberget lügenden
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Und einen Narren, schlimm, wie sein Wein.

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Nein, G —, eile zu mir! wie froh erwartet dich schon
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Das Weinglas, und mein treues Clavier!
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Ein ungeschwefelter Wein, und von der Lieb ein Ge-
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Geht allen Festen der Könige vor.

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Wer weiß, wie lange das Glück uns hier beysammen
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Da es uns immer grausam getrennt.
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Es hat vielleicht uns vereint, um noch grausamer zu
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Wenn es uns wieder schrecklicher trennt.

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Freund, wo ist G — hin. Er ward uns wieder ge-
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Nun bringt kein Wunsch ihn wieder zurück.
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Es fließt ein trauriger Bach tief in das einsame Thal;
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Allein er fließt nicht wieder zurück.

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O Freund, komm eilig zu mir, und scherz den Unmuth
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Der unsre trüben Stirnen umwölkt!
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Es fliehe Schwermuth und Gram, wenn das helltö-
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Auf unsrer Freunde Wohlseyn erklingt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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