An den Freyherrn von Zedlitz

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: An den Freyherrn von Zedlitz (1764)

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Mein Zedlitz, wie glücklich bist du im Umgang der lehrenden Todten!
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Die Noth des Dummkopfs kennest du nicht,
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Wenn ihn in seinem Pallast die Langeweile verfolget;
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Wenn sie zu hirnlosen Schönen ihn scheucht;

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Wenn er im wilden Basset die leeren Nächte durchwa-
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Und in dem traurigen Lomberspiel gähnt;
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Wenn seinem ekelnden Sinn so wenig sein Pferd, als
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Noch Maskerade zum Zeitvertreib wird;

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Wenn er das Leere nun fühlt, mit dem das Schicksal
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Das ihm zwar Ahnen und Reichthümer gab;
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Doch welches dagegen ihn auch der hohen Gaben berau-
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Die man nicht immer von Ahnen ererbt;

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Dann, Zedlitz, findet man dich im Krais der bärtigen
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Und bey den Helden des blühenden Roms.
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Du wagest kühn auch alsdann dich zu tiefsinnigen Brit-
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Und zu der gallischen Dichter Gesang.

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Wo bleibt alsdann dir der Tag, wo bleibt der Abend
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Rauscht er mit eilendem Fittig nicht fort?
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Und hat der Morgen nicht oft dich bey der vertrauli-
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Auf Miltons Gesänge horchend gesehn?

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Welch ein entzückender Trost ist die Gesellschaft der Mu-
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Sie folgen selber im Unglück uns nach.
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Sie lassen uns niemals allein; und sind sowohl in der
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Als in bevölkerten Städten bey uns.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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