Die Begräbnisse

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae: Die Begräbnisse (1764)

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Steige hinab, o eremitische Seele,
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Unter den Staub des dich erwartenden Grabes.
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Scheue du nicht den schwarzen entsetzlichen Anblick
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Jm dunklem Schattenreich.

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Seyd mir gegrüßt, ihr Monumente des Schre-
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Vor euch erbebt nur die unmännliche Seele,
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Welche, noch nie dem Gegenwärtgen entrissen,
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Stets an dem Staube klebt.

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Schauernd steh ich — Tief in die traurende Stille
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Sind sie verhüllt, des Todes öde Gefilde!
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Auf das Gebein, vor seiner Zerstörung gefürchtet,
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Tritt des Geringern Fuß.

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Siehe! wie prahlt in der betrügrischen Innschrift
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Vornehmer Grab. Jm stillen Schatten des Ahorns
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Ruht, ungerühmt vom panegyrischen Marmor,
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Des Weisen Aschenkrug.

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Mich auch empfängt einst eine der schauernden
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Wenn sich mein Haupt, gleich einer sterbenden Rose,
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Welcher der Nordwind Unschuld und Purpur geraubet,
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In dunkle Schatten neigt.

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Hier oder da wird mein Gebeine dann schlafen.
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Glücklich, wenn noch in Thränen die zärtliche Freund-
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Um mich sich härmt, und meine verlaßne Geliebte
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Um mich geklaget hat.

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Ruhet dann sanft, o ihr entschlafnen Gebeine!
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Moder und Staub wird euch nur herrlicher machen.
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Herrlicher noch sollt ihr die zärtlichen Freunde,
28
Und die Geliebte sehn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariae
(17261777)

* 01.05.1726 in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Komponist

(Aus: Wikidata.org)

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