Frühlingsgedanken

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Barthold Heinrich Brockes: Frühlingsgedanken (1748)

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Mit welchem fast für Lust erstaunenden Vergnügen
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Bemerken wir mit Recht in dieser Zeit
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Der itzt erscheinenden Geschöpfe Herrlichkeit,
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Die, eh’ man es bemerkt, uns vor den Augen liegen.
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Ein dünnes Grün bedeckt die Felder,
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Ein grüner Duft umwölkt die Wälder,
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Man siehet überall aus dürren Flächen
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Sich junges Gras und Kräuter stechen,
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Auch in der Luft, je mehr und mehr,
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Ein zart durchsichtigs Blätterheer
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Aus aufgesprengten Knospen brechen,
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Die denn, so bald sie hier und dar
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Gebohren, wiederum gebähren,
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Und eine junge Schattenschaar,
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Durch deren Dunkelheit ihr helles Grün
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Sich noch zu mehren schien,
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Uns erst zur Augenlust, nachher zum Schutz gewehren.
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Auf Wiesen glänzt, bald hier bald dort,
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Ein von der Sonnen Licht durchstraltes Spierchen Gras,
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Natürlich, als ein grünes Glas;
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Da andre, welche niedrig stehn
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Und noch beschattet sind, durch ihre Dunkelheit
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Der erstern helles Grün, als eine Fulg’, erhöhn,
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Zu noch vermehrter Lieblichkeit.
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Den jungen Blätterchen, die auf den Zweigen
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So durch- als angestralt sich zeigen,
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Bemühet sich, dem so schon schönen Grünen
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Das dunkle Blau der reinen Luft, als eine Fulge, noch zu
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dienen,
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Um ihre Lieblichkeit noch besser zu erhöhn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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