An ein keusches Frauen-Zimmer

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Johann Georg Gressel: An ein keusches Frauen-Zimmer (1716)

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Was soll mein schwacher Kiel hier vor ein Opffer bringen/
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Allwo die Schmeichelung nicht darf zu finden seyn?
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Wo nicht die Lustbarkeit darf aus der Feder dringen/
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Auch nicht die matte Hand darf
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Ich muß ein reines Blatt vor ihre Füsse legen/
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Das kein
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Die Zeilen dürffen nicht verdeckte Gallen hegen/
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Als die von ferne flieht ihr tugendhaffter Geist.
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Derhalben lieffer ich nur diese schlechte Riegen/
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Und zahle meine Schuld mit blossen Worten ab/
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Mein Unvermögen läßt von mir nichts bessers kriegen/
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Weil ich den
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Ich bin auf dem
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Auf
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So hat auch
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Durch angebohrnen Witz und Zierde nicht geätzt.
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Ich bringe meine Pflicht nicht in geschminckten Worten/
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Nicht unter Prahlerey der schnöden Eitelkeit/
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Ich tiesche schwartzes Brodt nicht angemachte Torten
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Von Wind und Wasser auf/ die wol ein ander weyht.
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Ein ander prange sehr mit grossen
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Und mit getünchter Pracht der falschen Gleißnerey/
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Er mache sich berühmt mit seines Maules-Renten
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So zeigt sich doch zuletzt/ daß er ein Lügner sey.
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Kan ich nicht Adlern gleich bis an die Wolcken tragen
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Jhr zugehörigs Lob/ und muß ich niedrig gehn/
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So will ich Schwalben gleich es durch die Gassen jagen
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Denn wird die
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Fehlt hier
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Wird nicht ein
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Der seines Nahmens Ruhm bis an die Wolcken schwunge
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Führt mich ein
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Singt nicht ein kluger Schwaan hier seine Wunder-Lieder/
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So wird ihr doch die Ganß nicht gar entgegen seyn.
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Es trotzt ein Stammler auch bey ihren Gunst-Gefieder/
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Bey ihr muß
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Doch endlich auch einmahl beym End Zweck anzulangen/
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So ziert den schönen Leib auch ein beliebter Geist/
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Und der
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Den
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Die Augen blitzen Gluht/ die Wangen zeugen Rosen/
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Darinnen zarte Milch nett untermischet ist/
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Die Adern quillen auf und gleichen den Turckosen/
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Die ihre Glieder-Schnee in höchster Anmuth küßt.
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Dis hat ein treuer Knecht in Eile aufgesetzet/
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Und mit gezwungner Macht den stumpffen Kiel beseelt/
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Daß er sich/ doch mit Müh/ in
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Und diese schlechte Schrifft mit dem Papier vermählt.

(Celander [i. e. Gressel, Johann Georg]: Verliebte-Galante/ Sinn-Vermischte und Grab-Gedichte. Hamburg u. a., 1716.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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