Der Dachs

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Barthold Heinrich Brockes: Der Dachs (1748)

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Wie viele Thiere steile Höh'n, so lieben Dachse dunk-
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le Tiefen
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Und finstre Löcher in der Erde, worinn sie nicht des Tags
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nur schliefen,
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Nein, worinn sie die halbe Zeit des Lebens selbst sich fast
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begraben,
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Und ihre Lagerstatt darinn, so lang der Winter währet,
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haben:
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Dann schlafen sie die ganze Zeit, dann sollen sie von sich
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sich nähren,
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Und bloß von ihrem eignen Körper und ihrem eignen Fet-
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te zehren.
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Sonst nähret dieses Thier sich meist von Regenwürmern,
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Käfern, Schnecken,
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Von Molchen, Kröten, Fröschen, Mäusen und anderm
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Ungeziefer mehr.
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Doch lassen sie auch junge Hasen, zusammt Kaninichen,
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sich schmecken,
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Auch junge Vögel sonderlich. Sie sind sehr fett, es wird
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das Schmeer
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Als eine Haut herabgezogen, und nützet sehr in Arzeneyen.
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Des Fleisches hat man sich nicht minder, wenn es ge-
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salzen, zu erfreuen.
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Die Häute, welche denen Sattlern, den Täschnern auch,
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zu Gute kommen,
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Die werden viel zu Reisekasten, zu Pinseln wird das Haar,
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genommen.
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So daß selbst an dem faulen Dachs ein fromm- und bil-
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liges Gemüth,
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Wie sehr auch er den Menschen nützt, mit Dank und mit
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Bewundrung sieht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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