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Der Truppen Führer haben es erwogen,
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Ein Kriegsconstlium hat gezogen
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Es in den reiflichsten Bedacht,
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Ob man auf’s Neu’ soll bieten Schlacht? —
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Klein ist das Heer der Bundeskrieger,
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Dem Doppelten gebeut der Sieger
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Von Jena und den Pyramiden. —
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Erwägt zugleich man all’ die müden
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Freiwill’gen Jäger, schwach und kränklich,
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So scheint zu bieten Schlacht bedenklich. —
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Doch gilt’s, das Aeußersie zu wagen,
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Denn Deutschland krankt an bangem Zagen
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Und fallen kann’s in Lethargie,
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Hilft baldigst nicht Allopathie. —
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Kriegsallopathen sind Kanonen! —
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Und oftmals schwindet die Gefahr,
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Wenn man nur treu und muthig war.
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Stellt auf sich dicht bei Bautzens Thor,
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Nah einem Felsen und der Spree. —
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Der größte Theil der Bund’sarmee
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Stand bei Mehltheuer, Jenkowitz,
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Bei Kreckwitz und bei Plieskowitz. —
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Nach Bautzen’s linker Seit’ gewandt
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Emanuel, Jlowaisky stand
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Und außerdem stand dort
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Man sah Kosacken und Baschkiren
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Am Spreestrand hin und her flankiren. —
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Rechts von Stadt Bautzen stand
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Ein Mann von edlem, tapfern Geist
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Stand hinter Bautzen: Gen’ral
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Jm linken Flügel an der
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Links, nah dem Centrum, da stand
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Er war von Eisen, nicht von Kork;
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Besetzt, verschanzt hielt er Baschütz,
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Nicht minder auch Groß-Jenkowitz.
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In Kriegsspielkarten war er Trumpf!
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Vor ihm lag Blösa’s tiefer Sumpf. —
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Blücher, ich denk': auf seine Bitte,
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Stand rechts, und zwar zunächst der Mitte.
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Man konnt’ der Spree entlang ihn sehn
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Von Gleina bis auf Kreckwitz-Höh’n. —
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Der Künste Freund, wie des Gefechts,
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Barclay de Tolly stand ganz rechts.
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Viel Waldung lag vor ihm und Spree.
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Wohl mancher breit’ und tiefe Teich,
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An solchen ist dort Gegend reich.
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Er, Großfürst, stand bei Klein-Purschwitz
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Und außerdem auch bei Kubschütz.
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Er weilt dort des Succurses wegen,
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Doch meisten Corps viel zu entlegen.
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Die Disposition für Bundesstreiter
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Mit Umsicht, Einsicht so gegeben war.
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Doch dehnt die Linie weit sich, immer weiter
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Und schwierig scheint ihr Stützpunkt in Gefahr.
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Die Linie streckt sich fast zwei deutsche Meilen;
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Ein Corps kann anderm schwer zu Hülfe eilen. —
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Hat sich beim Heer Vertrau’n noch nicht erworben,
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Denn das entsteht meist langsam nur, nicht schnell.
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Barclay de Tolly, Kampfgenosse,
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Und schon im Rückzug-Krieg genannt,
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Stand mit ihm fast auf gleicher Sprosse
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Des Ruhms, war Kaisers rechte Hand. —
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Nimmt man hierzu den alten
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York, Kleist und Wirtembergs Eugen,
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Ja! so vermuth’ ich ziemlich sicher:
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Um den Gehorsam stand’s nicht schön.
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Mit einem Wort: es fehlte Einheit,
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Ohn’ sie wird Größe selbst zur Kleinheit. —
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Es war denn auch der Lauf der Spree
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Sehr unbequem für Bund’s-Armee.
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So weit auf Linie sich hinstreckte
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Spree, that’s auch Noth, daß man sie deckte. —
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Stellen am Ufer Spree’s entlang
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Boten dem Feind leicht Uebergang. —
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Spree war als Haltpunkt wenig fix,
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Zumal bei Grubschütz und bei Klix. —
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Den linken Flügel schirmt als Dach
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Gebirg’, die Mitte Blösa’s Bach
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Und hier ging’s an, daß mit Haubitzen
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Vor Uebergang man konnte schützen. —
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So ziemlich günstig noch und sicher
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Vorausgesetzt: ihn schütz’
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Der stand am Schlimmsten von Armee!
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Er unbestritten, erster Meister
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Sein Scharfblick sollt’, so hofft man, siegen,
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Barclay sollt' Feind in Schlummer wiegen.
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Glaubt man für Mißgeschick zu haben. —
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Auf Felsenkuppe zu Stiepitz,
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Später auf Berghöh’ von Schmochtitz,
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Sah Abends am neunzehnten Mai
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Napoleon, wie Stellung sei. —
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Den linken Flügel will zum Schein
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Es greifen an, lief Feind hinein
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In Falle, dann in Heeresmengen
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Nach Böhmen rechten Flügel drängen! —
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Bei Doberschau’r, Sinkwitzer Höh’n,
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Macdonald, Marmont anvanciren
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Die Garden stehen auf zwei Wegen
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Von Kamentz, Bischoffswerd’ gelegen.