1
Ich sahe wiederum dergleichen Schönheit stehn,
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Woraus die Deutungen berühmter Wercke gehn;
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Die Mienen liessen hier aus dem erhabnen Wesen
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Nichts als Vortrefflichkeit und weise Sinnen lesen:
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Jhr Ernst-Erfüllter Blick, doch angenehm Gesicht
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Wies, daß ihr Herz von nichts als Wichtigkeiten spricht.
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Indem sie mit dem Aug im Kreiß herum gegangen,
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Nahm sie des blauen Kleids mit Gold gesticktes Prangen,
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Und schlug es um den Arm; nach grosser Redner Art,
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„man brauche mehr Geduld! das Friese zu gewinnen,
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„muß man die Frage nicht bey dem Entschluß beginnen„
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So fieng ihr Vortrag an; „der Eifer ist zu groß,
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„mit welchem man bisher fast jeden Saz beschloß.
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„daß keine sich allein im Kreiße därffe nennen,
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„als wär sie dieses Wercks besondre Meisterinn;
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„als flöß der Sachen Lauf nicht als von ihrem Sinn.
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„ich selbst verlange nicht mir dieses zuzusprechen,
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„was nüzte Muth und Geist? was Unerschrockenheit?
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„was eine tapfre Faust, auch die Gerechtigkeit?
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„die Zeiten wechseln so, noch mehr die Kriegs-Umstände,
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„daß niemand weiß wohin man Sorg’ und Vorsicht wende.
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„da frag’ ich, wer von euch entgegen gehen kann?
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„wo keine Krieger seynd; wo Krieger ohne Waffen,
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„was kann der Tugenden Ruhm, Ehr’ und Ansehn schaffen?
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„wer streitet ohne Macht? wie trozet man das Drohn,
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„fromm, standhafft, starck, gerecht, groß, tapfer und dergleichen,
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„das macht die Feinde nicht aus ihrem Lager weichen.
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„der Himmel, spricht man oft, der Himmel wircket mit!
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„gar weislich, wann man sich auf dessen Hilff bezieht:
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„oft eh wir uns versahn, durch stillen Einfluß mercken.
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„jedoch der Beystand muß nicht nur auf ihm beruhn;
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„der Himmel wird ja nicht beständig Wunder thun.
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„ich glaub’ auch nicht daß wir der Zuversicht gewesen,
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„bestünde dies Vertraun; was nuzte Witz und Geist,
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„was aller Glieder Krafft, und was Vermögen heißt?
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„man redte manches mahl von äusserster Gefahr,
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„wo doch ein Schein des Trosts und guter Hoffnung war.
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„man saß in Freuden da, wo man hätt sollen flehen.
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„dort sann der Zweifel nach, wo man entschlossen war;
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„hier bracht man den Altar anstatt des Degens dar:
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„entsezten einige sich nicht auch vor dem Schatten,
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„die Unerschrockenheit hieß ihren Muth oft groß,
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„wann eine Kugel sich nicht weit von ihr verschoß.
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„und selbst der Majestät, was halff ihr Schmuck und Schim̃er,
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„als ihr ein Held entgieng? sie fand ihn dannoch nimmer.
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„was nuzt Gerechtigkeit wann ihr die Macht gebricht?
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„die Macht? wann sie zu schwach nur mit der Hoffnung ficht:
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„was habt ihr ins gesam̃t zu jener Zeit verrichtet,
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„als Hab’ und Gut erschöpft, der Krieger Zahl zernichtet?
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„wer bracht uns Rath und Hilff, da fast das ganze Land
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„als wir in solcher Noth, in der Bedürfftnis waren?
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„wach, komm, sinn, rath und hilff! gleich maß’ ich alles aus
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„jm Feld, im Schaz-Gemach, und in dem Waffen-Haus;
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„was uns könnt hilfflich seyn, bey zeiten zu ergründen.
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„ich hatte gleich des Sinns Vereinigung gestifft;
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„das ist, dacht’ ich, was Wehr und Waffen übertrifft.
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„je mehr man in dem Land verheerte Schlösser schaute,
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„wie manch verzagter Sinn ward durch mich Schrecken frey?
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„was hatt’ ich nicht gewirckt, daß eine feste Treu
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„gemüths Aufrichtigkeit und munteres Betragen,
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„mißhelligkeit und Zwist, und Lauigkeit verjagen?
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„daß vielen grauend war nicht eilends durchzugehn,
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„fast alle Mächtigsten bezeigten sich als Feinde;
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„die gröste Seltsamkeit war Hilff und Rath der Freunde.
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„uns stunde niemand bey; und jene rieffen gar:
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„dann hätte dieser sich zum Schwert geschickt befunden,
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„so wären wir vielleicht gefesselt und gebunden.
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„wo sich der treueste doch endlich falsche Fluß
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„dem schwarzen Flutten-Schlund gefangen geben muß;
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„weil dort des Winters Macht die See mit Eis bestreuet;
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„auch wo sich nur ein Blick der Hoffnung vorgethan,
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„daß die Beredsamkeit des Goldes wircken kann;
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„dort war der Völcker Haupt um Schwert und Pfeil und Bogen
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„kurz: alles zitterte. Wir waren ohne Macht,
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„daß uns die ganze Welt vor aufgezehrt geacht.
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„vom Vaterland verblieb uns nichts fast in den Händen,
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„als unsrer Kronen Schmuck nebst den getreuen Ständen.
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„der Norder Moske-Strohm eröffnet oft den Schlund,
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„krüm̃t, thürmt, wirfft sich herum und schäumt bis auf den Grund,
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„um jener Schiffe Last, die mit dem Wirbel ringen,
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„mit Fraß-Begier und Graus in seine Klufft zuschlingen;
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„der Raub wird aufgewelzt, zerschmettert, umgekehrt,
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„oft schwimmt ein Mast, ein Kiel, und wird herum geprellet
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„bis er zu Trümmern geht, sich an dem Strand zerschellet.
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„inzwischen gurgelt sich die noch nicht satte Grufft,
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„und der verschluckte Fraß bricht durch, steigt in die Lufft
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„was er so rüstig war im Wirbel einzukäuen.
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„so weit hab ich durch Müh und Weisheit es gebracht,
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„daß unsrer Feinde Strohm es eben so gemacht.
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„so viel die Ländersucht in ihren Wirbel schlunge,
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„das noch befreyte Land ward so mit GOtt regiert,
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„daß, eh des Feindes Aug und Vorsicht es verspührt,
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„der Baur zum tapfern Mann, das Volck zum Helden-Orden,
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„der Schmuck zum Kriegs-Metall, der Pflug zum Degen worden.
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„bracht unsern Feinden Angst und gab den Freunden Lust.
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„das Herz der Königinn halff alles so zu schlichten,
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„daß unsers Gegners Krieg nichts war, als Nichts verrichten.
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„wir seufzten um das Land, um das verlohrne Gut,
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„nebst Waffen-blossem Recht auf die bedrängte Staaten,
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„die sich schon der Gewalt des Schwerts ergeben hatten.
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„was fande man so nicht schon Mord und Brand erfuhr?
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„fast jede Strasse war des Land-Verderbens Spur.
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„der Landmann floh davon der Knechtschaft auszuweichen;
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„ja was zu klagen war, und noch entsezen mag
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„ist, daß so Dorff als Feld und Land verwüstet lag,
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„und viele Städte nichts als jenen Schuz verfluchten,
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„so kam es nur an mich: die Weisheit, hörte man,
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„ists welche der Gewalt ein Ende machen kann.
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„und recht: man fand auch nichts von mir unausgesonnen,
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„gleich hatt’ ich Lieb und Treu des Vaterlands gewonnen.
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„und jeden treuen Blick für Rach-Begierde glühn;
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„die Strassen wimmelten von Rüstungen und Leuten,
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„die für die Königinn zu fechten sich erfreuten.
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„da riß man Häuser um, dort stunden Mauren auf,
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„der goß Metall und Erz, dies ward zu Mauer-brechern,
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„der Feinde Städt und Wehr und Wälle durchzulöchern.
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„wie manchesmahl war nicht dem Fluß die Last zu schwer?
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„er trug oft einen Wald von jungen Eichen her,
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„daß sie noch grössrer Macht, als sie, könnt wiederstreben.
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„man hörte Tag und Nacht der Arbeit Kriegs-Gethön,
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„und sah die Schwächsten auch den Müssiggang verschmähn;
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„die Jüngsten fanden sich mit Alten bey den Wercken,
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„wie viele scholten nicht die Zärtlichkeit der Hand,
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„wann sie sich zu der Last nicht starck genug befand?
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„wie manche wünschten nicht ein Schulter-Blat von Eisen,
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„in der gemeinen Noth des Eifers Macht zu weisen?
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„das wirckte die Begier des Volcks in einem Tag.
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„so wimmelte das Land von Kriegern und von Waffen;
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„mit diesen wußten wir uns Rath und Hilff zu schaffen.
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„was jemahl für ein Heer, an Eisen, Erz und Stahl,
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„nennt mir des Manns und Pferds Kriegs-Unentbehrlichkeiten!
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„die mußte meine Sorg und Wachsamkeit bereiten.
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„an nichts gebrach es uns: der Feld-Herr war auch da,
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„mit dem die Königinn nach GOtt das Heer versah.
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„er halff die Krieges-Glut in unsern Grenzen dämpfen.
145
„er ist der, den sie sich durch ihrer Schwester Hand,
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„und durch den Herzogs-Stab, den sie ihm gab, verband.
150
Die Weisheit redte fort: „durch seine Müh und Thaten
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„geschah, was wir zuvor uns nicht geschmeichelt hatten.
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„zu grossen Dingen klug und kühn zu brauchen wußt.
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„er zog mit seinem Heer, mit den getreuen Schaaren,
154
„die dort des Vaterlands Vertraun und Hoffnung waren,
155
„dem Feind in das Gesicht; da stund er mit Bedacht,
156
„die Feinde fiengen an sich hin und her zu schwencken,
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„das machte mich noch mehr auf einen Angriff dencken.
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„freundinnen! stünd euch nun das Heer vor dem Gesicht,
162
„so säht ihr, wie den Sieg sich jeder Blick verspricht;
163
„das Schau-Spiel wurd euch selbst das Herz zum Streit entzünden:
164
„hier steht das Kriegs-Metall, so selbst den Tod erschreckt;
165
„dort wird man durch den Schall der Feld-Trompet’ erweckt.
166
„der Fahnen Stolz und Pracht umflattert jede Reihe,
167
„wie wann sie sich des Siegs schon vor dem Kampf erfreue.
168
„es schnaubt das Pferd und strampft, und strebet nach der Schlacht.
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„es blizen Waffen, Kleid, Gold, Silber, Stahl und Eisen,
170
„der Feinde Stirn’ und Troz den Gegen-Troz zu weisen.
171
„wahr ists, derselben Heer stund an der Krieger Zahl
172
„zu schlagen, oder nicht. So ließ’ ich meinem Helden
173
„der Völcker Tapferkeit und Herz zum Angriff melden.
174
„gleich ritt er durch das Feld, wies seinem Feind die Brust,
175
„den Schaaren Munterkeit, dem Heer zum kämpfen Lust.
176
„das Volck, das tapfre Volck bald an den Feind zu sezen.
177
„der Lorber, welchen sich auch der gemeine Mann
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„wann er sich herzhaft hält, im Krieg erfechten kann,
179
„der fieng schon manchem an auf seinem Hut zu schweben,
180
„man stund vielmehr in Freud und Lust zu fechten da,
181
„je näher man des Feinds geschloßne Reihen sah.
182
„ich wurd aus jedem Aug und dessen kühnen Blicken
183
„schon allerseits gewahr, daß uns der Sieg wird glücken.
184
„woraus der Schrecken brach, woraus das Kriegs-Metall
185
„bliz, Mord und Hagel warff. Er kam wie jene Wellen,
186
„die von dem Sturm erregt sich aus der Tieffe schwellen.
187
„der Anzug hätte leicht den Tapfersten erschreckt;
188
„wir ruckten Schritt vor Schritt zur Lincken und zur Rechten,
189
„auch aus dem Mittel vor, mit aller Macht zu fechten.
190
„des ersten Feurs Gekrach, das raßlende Gesumm,
191
„der aufgerollte Dampf, der Drommel Sturm-Gebrumm,
192
„entflammte Geist und Sinn; noch mehr das Freuden-Schallen:
194
„der Ruf bewirckte mehr als Eisen, Stahl und Bley.
195
„das war der Schirm, womit wir in die Feinde drungen,
196
„der Röhre Mord-Gebliz, der blancken Schwerter Wuth
197
„umwirbelte das Heer und gab dem Kämpfer Muth.
198
„dort sah man unsern Fahn und hier der Feinde Lanzen
199
„mit wanckelbarem Glück, als Sieges-Zeichen pflanzen.
200
„wo sah man so, wie da, den Mann zum Kämpfen gehn?
201
„er schreitet Fuß vor Fuß durch Feuer, Sturm und Leichen,
202
„stürmt, schäumt und doñert selbst, und zwingt den Feind zum weichẽ.
203
„hier hält die Helden-Brust den strengen Waffen Lauf
204
„dort sieht man seine Faust nicht fechten, sondern schlachten,
205
„mit Großmuth und Gewalt nach Sieg und Ehre trachten.
206
„die Pferde brechen durch, wo die bewehrtste Reih,
207
„sie tretten dem die Stirn und dem die Brust entzwey;
208
„mit welchem er so kühn, so schnell und so verwegen
209
„dem Feind entgegen eilt, nach allen Seiten sprengt,
210
„daß er ihn Mann auf Mann, und aus den Gliedern drängt;
211
„jhn theils verjagt und stürzt, theils umbringt und zerhauet,
212
„so reißt kein wilder Strohm, der sich gäh loß gedämmt,
213
„kein Feld wird von dem Schwall so plözlich überschwemmt,
214
„als unsre Reiterey des Gegners Flügel schluge,
215
„und das siegreiche Schwert bis in sein Lager truge.
216
„so wenig als die Wehr bey dem zerrissnen Damm.
217
„ein gräßliches Geschwärm, so jenen Kreiß verhüllte,
218
„lufft, Erden, Aug und Sinn mit Greul und Blut erfüllte!
219
„der allzu grosse Muth des Manns zu Pferd bewies,
220
„wir sahn das Volck zu Fuß entblößt und ohne Flügel,
221
„doch liessen wir dem Arm desselben freyen Zügel,
222
„der, wie der Winde Macht die Wälder nieder weht,
223
„den Feind mit solchem Grimm und Toben hergemäht,
224
„als gegen unsre Macht sich zu beschüzen strebten.
230
„du Tapferkeit sag an! was hättest du beschlossen?
231
„nicht wahr, du wärest fort in die Gefahr geschossen?
232
„und hätte dir den Ruhm des Sieges abgedrückt.
233
„ich aber schrie: zurück! es ist genug gesieget!
234
„sieh dort den neuen Schwarm, der uns entgegen flieget!
235
„dein Heer ist allzu tief in seinem Sieg zerstreut!
236
„es ist noch anderwärts ein Feind von uns zu schlagen;
237
„auf! wende deinen Fahn es dorten auch zu wagen.
238
„kehr um und stürz dich nicht vom Siegen in die Noth,
239
„die deine Tapferkeit dir, wie der Gegner, droht.
240
„zurück! es gibt für uns noch andre Sieges-Täge!
241
„ein kluger Feld-Herr siegt, wann er mit Klugheit weicht;
242
„oft hat der nicht gesiegt, der einem Sieger gleicht.
243
„laß deinen Gegner nur bey seinen Gliedern stehen!
244
„was ligt daran, wann er nur mit der Wallstadt prahlt?
245
„er hat derselben Werth mit eignem Blut bezahlt.
246
„das Leichen-volle Feld konnt, was ich sprach, bezeugen,
247
„von dem Erfolg der Schlacht, vom Ausgang zu geschweigen;
248
„als unsrer Krieger Zahl vor diesem Treffen war.
254
„was war nun ausgericht? was führte man im Sinn,
255
„da man geschlagen hieß, besiegt, verjagt und hin?
256
„durch den entlehnten Ruff des Welt-Gerüchts belernet.
257
„er glaubte dem Bericht; so war mein Wunsch erfüllt:
258
„so war ihm unsre Macht und Lust zum Streit verhüllt.
259
„mein Heer zog voller Muth, jedoch was sag’ ich ziehen?
260
„auf jene Völcker loß. Sie wußten keinen Feind,
261
„da sie von ihrem Feld schon weggelauffen seynd.
262
„kein steiles Wald-Gebürg, kein Sturm, kein Wind, kein Regen
263
„konnt unsrer Krieger Muth was in die Weege legen.
264
„daß er Gewehr, Gezelt, Muth, Herz und Ziel verlohr.
265
„furcht, Schwindel, Jrrthum, Noth bemeisterten die Schaaren,
266
„sie sahn’ für Schrecken nicht, wie wir gekommen waren.
267
„sie warffen sich verwirrt im Wald, im Feld herum,
268
„kurz: ihre Rettung war das Schwert nichts lassen nüzen,
269
„und nicht mit Streitbarkeit, mit Furcht und Fliehn sich schüzen.
270
„mein Heer schrie nach: gesiegt, der unbesiegt entrinnt!
271
„und glücklich, der dem Feind den Rucken abgewinnt!
272
„war bey dem Feind so viel als Heil und Glück erreichen;
273
„uns aber eins: gesehn, gekommen und gesiegt,
274
„weil eine kurze Frist so viel für uns gefügt,
275
„daß diese Feindes-Macht schon in die Flucht geschlagen,
276
„hätt man die Lauffenden bey so verwirrter Flucht
277
„durch Feuer, Mord und Schwert zu züchtigen gesucht,
278
„so wär ein Adler Schwarm nicht schnell genug gewesen;
279
„so färtig konnten sie sich der Gefahr erlösen.