An Sr. Churfl. Durchl. zu Sachsen/ als sie bey antretung dero regierung den 24. Julii an. 1694. zu Leipzig die erb-huldigung annahmen

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: An Sr. Churfl. Durchl. zu Sachsen/ als sie bey antretung dero regierung den 24. Julii an. 1694. zu Leipzig die erb-huldigung annahmen (1695)

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Der himmel werde klar/ und du/ gewölckte lufft/
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Laß dein beliebtes licht mit gold-gemengten strahlen/
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Den treu-gesinnten kreyß um diesen ort bemahlen.
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Doch was vor antwort schallt? und welche stimme rufft:
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Die sonne scheint beschämt auff euch beglückte grentzen/
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Itzt will ein höher licht in euren mauren gläntzen.

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Erlauchter Götter-Sohn/ ach ja! du hast die bahn
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Im frohen horizont der Linden-stadt genommen.
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Die Musen heissen dich viel tausendmahl willkommen/
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Denn ihnen bricht anitzt des glückes morgen an.
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Wie friedlich und vermehrt wird diese schaar sich mühen/
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O Friederich August/ in deiner gunst zu blühen.

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Wir söhne Schlesiens/ die itzt in dieser stadt
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Der weißheit edle kost gantz ungestöhrt geniessen/
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Crscheinen hier gebückt/ und legen zu den füssen/
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Was treu und danckbarkeit uns vorgeschrieben hat.
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Erlaube/ daß diß blat/ du beyspiel gröster Helden/
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Dieweil dein ruhm zu hoch/ darff dein gelücke melden.

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Der Dänen Majestät/ und dritter Friederich/
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Der durch sein königs-blut auch deinen purpur zieret/
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Hat unter seiner zahl am glücklichsten regieret:
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In seinem sterbens-jahr erblickte Sachsen dich.
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Dem himmel/ grosser Fürst/ gefiel hiemit zu deuten:
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Er wolle sein gelück auff dich/ als enckel/ leiten.

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Wohlan! es wird schon wahr. Du kommst auff einen thron/
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Worauff du nicht zuvor in hoffnung bist gestiegen.
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Nicht nur dein unterthan benennt dich sein vergnügen;
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Gantz Deutschland sieht an dir auch seinen schutz-gott an.
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Drum steht dir aller hertz wie thor’ und pforten offen/
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Weil sie mit dir zugleich des glückes einzug hoffen.

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Dein hoher name prangt von lauter fried und ruh/
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Doch deine tapfferkeit zeigt schwerdter/ blut und leichen.
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Das erste wird dein schutz den unterthanen reichen/
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Die andre würckung plitzt nur auff die feinde zu.
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Du wirst mit Simsons-krafft auch ihre helden zwingen/
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Und friedens-honig noch aus ihrem aase bringen.

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Uns düncket/ daß die kunst den abriß schon gethan/
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Wie dir die nach-welt wird ein solches denckmahl bauen:
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Geharnischt läst sie dich auff einem wagen schauen/
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Die ehre spannt davor gezähmte löwen an.
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Die tugend aber schreibt: Auff solchen ehren-wagen
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Wird Sachsens Hercules den sternen zugetragen.

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Sey glücklich/ wie August/ der so geherrschet hat/
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Daß huldigung und sarg ihm weit zertrennet stunden;
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Er sprach: Ich habe Rom nur schlecht erhaut gefunden;
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Und laß im gegentheil itzt eine marmol-stadt.
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Du findst ein marmoln reich/ Augustus deutscher erde/
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Wir wünschen/ daß es noch durch dich zu golde werde!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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