Gedancken über die eitelkeit

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Gedancken über die eitelkeit (1695)

1
Was ist diß thun/ so dein gemüthe liebet?
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Dem sich die lieb’ so leichtlich übergiebet?
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Ein weisser koth/ der farb und masqve trägt/
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Den ieder wind der eitelkeit bewegt.
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Den mehr dein gold/ als deine bitte lencket/
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Der sinnen koth um andern koth verschencket.
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Die stirne/ so dein freuden-spiegel ist/
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Bleibt schlüpffrig eiß; und so du das erkiest/
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So wird dein fuß mit deiner freyheit fallen.
10
Die stimme/ so du stündlich hör’st erschallen/
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Ist dieser gleich/ so die Syrene bringt/
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Und tödten kan/ wie süsse sie auch klingt.
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Die küsse/ so du von den lippen stiehlest/
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Die stehlen dich/ wie wenig du es fühlest;
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Ja lieb’ ist wohl mehr knecht/ als frey zu seyn.
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Der wangen pracht/ der klaren augen schein/
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Wird itzt ein plitz/ der dich zu boden schläget/
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Und mehr als lod ins grab der wollust träget.
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Wie sehr dein mund die stoltze brust verehrt/
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Und leichten schein mit leichten worten nehrt/
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So wird dir doch noch die erfahrung sagen:
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Wie diese brust hat böse brunst getragen.
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Und solcher schmuck/ wie schöne er auch steh’t/
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Mit faulen hin zu ihrem grabe geht.
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Drum richte leib und seele wieder auff/
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Laß der vernunfft den vormahls freyen lauff;
27
Halt an das fleisch/ erläutere die sinnen/
28
So wirst du rein und weißlich leben können.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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