Der Wolf

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Barthold Heinrich Brockes: Der Wolf (1748)

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Es scheint, der Wolf sey mehr zur Strafe, als zum Ver-
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gnügen, auf der Welt;
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Denn er ist nicht nur mördrisch, grausam, wild, tückisch,
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blutbegierig, gräßlich,
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Und sonderlich fatal den Schafen, er ist dazu noch scheußlich,
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häßlich,
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Dabey auch fürchterlich zu hören, wenn er im Winter heu-
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lend bellt;
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So, daß man fast bey diesem Thier’ auf die Gedanken kom-
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men sollte,
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Gott würd’ im Wolfe nicht geehrt, und wenn man ihn auch
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ehren wollte,
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Weil der zu häßlich und zu schädlich. Allein, man muß
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hier wohl erwägen,
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Daß, ob bey ihm des Schöpfers Wege sich nicht so klar
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zu Tage legen,
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Wir darum gleich nicht schließen müssen: Wenn auf der
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Welt kein Wolf vorhanden,
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So wär’ es besser, oder denken, vielleicht wär’ er von
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selbst entstanden.
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O nein! Denn daß wir es nicht wissen, wozu er eigentlich
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gemacht,
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Zeigt deutlich unsern Unverstand, umschränkten Geist,
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und Unbedacht,
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Doch keinen Fehl der Schöpfung an. Zudem, wenn wir
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es wohl ergründen,
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Sind auch in Wölfen viele Dinge zu unserm Nutzen noch
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zu finden.
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Wir haben nicht nur ihrer Bälge im scharfen Frost uns
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zu erfreuen;
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Es dienen ihrer Glieder viele zu großem Nutz in Arzeneyen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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