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Ounerbittliches verhängniß meiner jahre!
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Du stiffter meiner noth und dieser todten-bahre!
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Vollbringest du nunmehr den allerletzten neid;
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Und was noch übrig war an meiner traurigkeit?
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Mein Friedrich Wilhelm starb! du hast ihn mir entrissen;
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War es dir nicht genug/ daß ichs erleben müssen?
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Hast du/ sein grab zu sehn/ mich leider auch bestimmt!
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Das/ wie du lebendig/ mir ihn gestorben nimmt.
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Ach nein! ach nein! zu viel der kläglichen beschwerde!
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Zu viel/ daß zweymahl ich durch ihn zur wittben werde!
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Durch seinen tod zuvor/ und nun durch diesen stein;
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Der seiner aschen auch verbeut bey mir zu seyn!
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In meiner finsterniß/ da ich bißher gesessen/
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Da ohnmacht/ hertzeleid und angst mich abgefressen/
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War dieses noch mein trost/ bey meinem ungemach/
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Daß es mir meinen todt auff diesen tag versprach.
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Glückselig mein geschick/ wenn du es vollenzogen!
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Wenn meine hoffnung nicht mißgünstig mich betrogen;
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Die meinen welcken leib/ zu der verlangten nacht/
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Zum schatten und geripp/ zur leiche nicht gemacht!
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Ich muß mich in mir selbst der trägen schwachheit schämen/
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Daß ich nicht starck genug zu tode mich zu grämen/
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Daß ich vor blossem schmertz nicht leicht ersterben kan;
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Nach dem du solchen riß an meiner brust gethan.
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Armselge Dorothee! worzu bist du erkohren?
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Du weist/ was Brandenburg/ doch mehr was du verlohren;
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Ein vaters gleicher sohn ersetzt ihm den verlust;
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Nur dir stirbt gantz und gar was du deweinen must.
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Ich klage nicht die macht/ die hoheit und das glücke/
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Daß alles läst mein fürst mit Friedrich mir zurücke.
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Ich klage meinen herrn; nicht seinen fürsten-saal;
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Nicht das gekrönte haupt; nur bloß mein eh-gemahl.
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Mein werthes eh-gemahl/ des treue mich erlesen;
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Der auch so liebreich war/ als groß er ist gewesen.
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Erweget/ welch ein schatz des Friedrich Wilhelms hertz/
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Und messet denn darnach der Dorotheen schmertz!
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Ach ließ der himmel ihn nur eintzig wieder leben!
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Und hatt’ er sonsten nichts/ als seine gunst zugeben/
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Wie glücklich würd’ ich seyn/ auch sonder glantz und thron;
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Bey seiner eintzigen geliebtesten person;
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Ach hätt’ ich/ da er ja die welt verlassen wollen/
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Für ihn; Ist es zu viel? mit ihm erblassen sollen!
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So wär ich in der grufft auch seine folgerin;
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Wie ich hier ungetrennt von ihm gewesen bin.
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Allein der himmel spielt mit meinen heissen zehren/
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Und will mir meinen wunsch nach keiner art gewähren.
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Es scheint er habe mich zu dieser qvaal versehn;
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Wohlan! so will ich denn auch recht zu grabe gehn.
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Ich will mich aus der welt mit dieser leiche tragen:
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Mein leben soll nichts seyn/ denn ein verlängtes klagen:
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Den vurpur werff ich heut zu ihm in dessen grab;
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Und sterbe/ wie er stirbt/ der gantzen erden ab.
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Mein zimmer will ich nun zum todes-tempel machen/
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In welchem ihn und mich mein jammer soll bewachen.
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Wo sein entseelter leib in meinen schmertzen lebt/
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Und täglich meine pein mich neben ihn begräbt.
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Hier soll mein kummer ihn und sein gedächtniß ehren;
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Ich klage nicht um trost von iemand zu begehren.
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Mich tröstet: daß mein hertz ein stetes leiden frist;
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Und es dahin gedenckt/ wo mein verlangen ist.
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Ihr zeugen meiner eh/ ihr printzen und printzessen/
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Auch euch muß ich nunmehr bey diesem fall vergessen!
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Geburts- und nahmens-tag/ der zu ergötzen pflag/
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Du bist nun/ ümgekehrt/ mir ein begängniß-tag.
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Ich will/ so offt du kommst/ nur tod und sterben nennen;
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Man soll aus meiner trau’r die reine treu erkennen:
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Daß/ wie ich/ in der welt/ nur meinen held geliebt;
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Mich auch/ bey dem verlust/ nur sein verlust betrübt.
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Nun/ leich/ und bahre fährt/ ich werde nachgeführet/
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Ein königlich gepräng wird um und um gespüret/
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So Friedrichs frömmigkeit dem grossen vater weyht;
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Welch denckmahl aber setzt ihm mein bethräntes leid?
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Ihr heiligen gebein/ die ich allhier begrabe/
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Ich schwehre: daß ich euch/ in meinem hertzen habe;
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Wo nicht dem cörper nach/ dennoch nach meinem weh:
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Ein lebendiges grab ist eure Dorothee.