An die Nymfe des Negenborns , einer Felsenquelle ohnweit dem Wohnort des Dichters

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Gottfried August Bürger: An die Nymfe des Negenborns , einer Felsenquelle ohnweit dem Wohnort des Dichters (1778)

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Neig aus deines Vaters Halle,
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Felsentochter, mir dein Ohr!
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Hell im Schimmer der Krystalle,
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Hell im Silberschleier, walle,
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Reine Nymfe, wall’ hervor!

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Libern jauchzet die Mänade
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Huldigung bei Zymbelklang.
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Dir nur, glänzende Najade,
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Deiner Urne, deinem Bade
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Weihte keiner Hochgesang? —

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Wohl, ich weih’ ihn! Wo der Zecher,
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Der des Preises spotten sol?
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Ha! Wo ist er? Ich bin Rächer!
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Fleuch! Mein Bogen tönt! Mein Köcher
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Rasselt goldner Pfeile vol!

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Hier, wie aus der Traube, quillet
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Geist und Leben, frisch und rein,
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Leben, das den Hirten füllet,
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Das den Durst der Heerde stillet,
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Welches Wiese tränkt und Hain.

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Horch! Es ranscht im Felsenhaine,
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Woget auf der Wies’ entlang,
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Lekt im Widder auf dem Reine,
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Schauert durch das Mark der Beine,
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Kühlt des Wandrers heissen Gang.

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Saugt aus Wein der Klee sein Leben,
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Wolgeruch und Honigsaft? —
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Kraut und Blumen, selbst die Reben
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Danken dir, o Nais, Leben,
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Würze, Süssigkeit und Kraft.

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Lebensfülle, Kraft und Streben
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Trank auch ich schon oft bei dir.
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Drob sey auch von nun an Leben
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Und Unsterblichkeit gegeben
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Deinem Namen für und für!

(Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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