Das vergnügte Leben

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Gottfried August Bürger: Das vergnügte Leben (1778)

1
Der Geist mus denken. Ohne Denken gleicht
2
Der Mensch dem Oechs- und Eselein im Stalle.
3
Sein Herz mus lieben. Ohne Liebe schleicht
4
Sein Leben mat und lahm, nach Adams Falle.

5
Ein Kranz umkränz’ ihn, ohne Drang und Zwang,
6
Ein Kranz von klugen nur nicht stolzen Leuten,
7
Die sich auf Wiz verstehn und Schnurrigkeiten;
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Denn sonst währt mancher Abend gar zu lang.

9
Dabei ist’s eine himlisch schöne Sache
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Um Einen rechten braven Herzensfreund,
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Der, ist man frölich, wacker mit uns lache,
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Und ehrlich weine, so man selber weint.

13
Der Abend mus ein Leckermal bescheren;
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Ein Mal, erheitert durch Gespräch und Wein.
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Da mag das Herz vol guter Dinge seyn;
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Nur mus der Kopf des Rausches sich erwehren.

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Was für ein Wunsch zu guter Nacht sich schikt,
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Das brauch’ ich nicht erst lang und breit zu sagen.
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Ein Weibchen mus man mit zu Bette tragen,
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Das jede Nacht, wie eine Braut, entzükt.

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Sagt, Freunde, schlendert nicht ein solches Leben,
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Gar artig und gemächlich seinen Gang?
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Seit mir die Lieb’ Amalien gegeben,
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Besiz’ ich alles, was ich eben sang.

(Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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