An Themiren

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Gottfried August Bürger: An Themiren (1778)

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Ach, würden falsche Schwüre
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Durch Zeichen an dir kund!
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Verfärbte sich, Themire,
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Dein frevelhafter Mund!

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O, daß ein Zahn sich schwärzte,
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Meineidige! daß nur
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Ein Fingerchen dir schmerzte,
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Das sich erhob zum Schwur!

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So glaubt’ ich, Götter hielten
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Noch was auf Treu’ und Pflicht,
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Und falsche Mädchen spielten
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Mit theuren Eiden nicht. —

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Doch deine Reize heben
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Verbrechen nur noch mehr;
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Und immer dichter schweben
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Verehrer um dich her.

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Frau Venus und ihr Völkchen
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Läst fünf gerade seyn.
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Von Unmut nicht ein Wölkchen
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Hült ihre Stirnen ein.

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Per Dio! was noch schlimmer,
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Dein Flattersin ergözt
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Den Schadenfroh, der immer
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An heissen Pfeilen wezt.

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Daher in allen Schulen
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Befiedert täglich sich
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Ein Heer von jungen Bulen,
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Und insgesamt für dich.

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Die kommen dann, und zollen
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Dir Huldigung und Pflicht.
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Die Alten aber trollen
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Deswegen sich noch nicht.

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Und Alt und Jung umschwärmet
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Nun, wie behext, dein Haus.
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Man baxet sich, man lärmet ‒ ‒ ‒
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Ach! wo wil das hinaus? —

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Dich scheut, des Söhnchens wegen,
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Die zärtliche Mama;
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Und, seines Beutels wegen,
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Der geizige Papa.

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Du ängstigst junge Frauen:
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Es möchte deinen Wehrt
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Ein Tröpfchen Gunst bethauen,
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Das ihnen zugehört.

(Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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