Des armen Suschens Traum

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Gottfried August Bürger: Des armen Suschens Traum (1778)

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Ich träumte, wie um Mitternacht
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Mein Falscher mir erschien.
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Fast schwür’ ich, daß ich hell gewacht,
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So hell erblikt’ ich ihn.

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Er zog den Treuring von der Hand
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Und ach! zerbrach ihn mir.
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Ein wasserhelles Perlenband
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Warf er mir hin dafür.

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Drauf ging ich wol ans Gartenbeet,
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Zu schaun mein Myrtenreis,
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Das ich zum Kränzchen pflanzen thät,
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Und pflegen thät mit Fleis.

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Da ris entzwei mein Perlenband,
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Und eh ich’s mich versah,
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Entrollten all’ in Erd’ und Sand,
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Und keine war mehr da.

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Ich suchte wol mit Angst und Schweis;
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Fand keine mehr! Da schien
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Verwandelt mein geliebtes Reis
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In dunkeln Rosmarin. —

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Erfült ist längst das Nachtgesicht,
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Ach! längst erfült genau.
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Kein Traumbuch frag ich weiter nicht,
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Und keine weise Frau.

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Nun brich, o Herz, der Ring ist hin!
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Die Perlen sind geweint!
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Stat Myrth’ erwuchs dir Rosmarin!
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Der Traum hat Tod gemeint.

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Brich, armes Herz! Zur Todtenkron’
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Erwuchs dir Rosmarin.
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Verweint sind deine Perlen schon.
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Der Ring, der Ring ist hin!

(Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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