Lust am Liebchen

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Gottfried August Bürger: Lust am Liebchen (1778)

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Wie selig, wer sein Liebchen hat,
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Wie selig lebt der Man!
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In Friedrichs oder Ludwigs Stadt
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Ist keiner besser dran.

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Er achtet’s nicht, was Hof und Stadt
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Dafür ihn bieten kan;
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Und wenn er keinen Kreuzer hat,
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Dünkt er sich Krösus dann.

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Die Welt mag laufen, oder siehn;
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Mag rollen um und um;
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Und alles auf dem Kopfe gehn!
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Was kümmert er sich drum?

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Hui! ist sein Wort zu Strom und Wind,
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Wer macht aus euch sich was?
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Nichts mehr, als wehen kan der Wind,
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Und Regen macht nur nas.

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Gram, Sorg’ und Grille sind ihm Spot;
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Er fühlt sich frei und froh;
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Und kräht, vergnügt in seinem Gott,
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In dulci Jubilo.

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Durch seine Adern kreiset frisch
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Und ungehemt sein Blut.
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Gesunder ist er, wie ein Fisch,
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In seiner klaren Flut.

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Ihm schmekt sein Mal; er schlummert süs,
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Bei federleichtem Sin,
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Und träumt sich in ein Paradies
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Mit seiner Eva hin.

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In Götterfreuden schwimt der Man,
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Die kein Gedanke mist,
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Der singen oder sagen kan,
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Daß ihn sein Liebchen küst. —

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Doch ach! was sing’ ich in den Wind,
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Und habe selber keins?
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O Evchen, Evchen, kom geschwind,
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O kom und werde meins!

(Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Gottfried August Bürger
(17471794)

* 31.12.1747 in Molmerswende, † 08.06.1794 in Göttingen

männlich, geb. Bürger

natürliche Todesursache | Tuberkulose

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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