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Heller glänzt Aurorens Schleier.
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Auf! Begint den Lobgesang!
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Töne drein, geweihte Leier!
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Hall’ am Felsen, Wiederklang!
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Eryzinens Hauch durchdringet,
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Bis zur Gränze der Natur,
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Wo die lezte Sfäre klinget,
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Sie befruchtet Land und Meere,
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Sie das weite Luftrevier.
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Wie sie zeuge, wie gebäre,
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Weis die Kreatur von ihr.
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Wie mit blinkendem Gesteine,
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Schmükt sie bräutlich unsre Welt;
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Streuet Blüthen auf die Haine,
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Blumen über Wies’ und Feld.
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Sie enthült die Anemonen,
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Schliest den goldnen Krokus auf;
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Sezet die azurnen Kronen
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Sie das purpurne Gewand.
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Wie der Mädchen Busen, spaltet
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In den Ichor ihrer Wunde
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Ward ihr Silberblat getaucht,
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Und aus ihrem füssen Munde
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Wolgeruch hinein gehaucht.
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Liebe segnet die Gefilde,
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Und beseliget den Hain;
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Liebe flöst dem rauhen Wilde
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Wonnigliche Regung ein.
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Gatten um die Gatten hüpfen
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Rüstig durch den Wiesengrund.
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Afroditens Hände knüpfen
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Ihren süssen Liebesbund.
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Alte Sage bringt zu Ohren:
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Daß sie auf der Hirtenflur
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Selber einst den Sohn geboren,
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Den Beherscher der Natur.
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Sie entris Anchisens Laren
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Und aus tausend Meergefaren
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Den verfolgten frommen Sohn.
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Sie war’s, die die Hand Aeneens
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Und die keusche Zone Rheens
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Löste sie durch Mavors Hand.
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Sie vermälte Romuls Diener,
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Halb durch List und halb durch Macht,
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Mit den Töchtern der Sabiner.
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Aus den Küssen erster Nacht
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Keimten glänzende Geschlechter,
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Mit der Zeiten Wechsellauf,
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Patrioten und Verächter
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Ihres Todes keimten auf.
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Schall’, o Maigesang, erschalle!
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Töne, Cypris Hochgesang!
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Hört ihr? Singen ihr nicht alle
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Fluren, alle Wälder Dank?
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Von dem Anger tönt das laute
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Lustgebrüll der Heerden ihr.
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Aus dem hohen Haidekraute
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Zirpen tausend Grillen ihr.
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Ihr nur schnattert das Gefieder
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Von den Teichen Dank empor;
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Und der edlern Vögel Lieder
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Sind ein Opfer ihrem Ohr.
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Horcht! Es wirbelt Philomele
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Tief aus Pappelweiden drein.
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Liebe seufzet ihre Kehle;
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Keine Klage kan es seyn.
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Nicht um Tereus Grausamkeiten
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Wimmert Prognens Schwester mehr.
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Sol ich nicht ihr Lied begleiten?
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Stimmet mich kein Frühling mehr?
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Phöbus, säng’ ich nicht dem Maien,
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Säng’ ich nicht, o Liebe, dir,
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Würde nimmer mir verzeihen.
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Stimm’ und Laute nähm’ er mir.
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Drum so werde, wann die Schwalbe
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Singend ihre Wonung baut,
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Werd’, o Sang, gleichwie die Schwalbe
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Nach der Winterstille laut!