76.

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Friedrich Rückert: 76. (1837)

1
Ein Fürst ließ seinem Sohn verfertigen ein Schild,
2
Vier Felder von Azur, in jedem Feld ein Bild.

3
Und jedem Sinnbild war ein Sinnspruch beigegeben,
4
Doch rings ums Ganze stand: Nach diesem sollst du leben.

5
Im ersten Felde war ein Hirsch von Gold, dazu
6
Die Schrift von Diamant: die Götter fürchte du.

7
Im andern Feld ein Storch von Silber, und dazu
8
Die Inschrift von Rubin: die Eltern ehre du.

9
Im dritten Feld, von Erz die Schildkröt', und dazu
10
Die Schrift von Karneol: dein Haus bestelle du.

11
Im letzten Feld, von Stahl ein Delfin, und dazu
12
Die Schrift von Perlensaat: den Freunden diene du.

13
Warum ist Götterfurcht vom Hirsch gemeint? Er zittert
14
Im Walde, wenn ob ihm der Himmel hochgewittert.

15
Wodurch ist Elternlieb' im Storch erklärt? Der junge
16
Trägt die gealterten mit seiner Flügel Schwunge.

17
Wie zeigt die Schildkröt' Hausbestellung an? Sie trägt
18
Fest auf dem Rücken eins, das ihr kein Stein zerschlägt.

19
Womit thut Freundesdienst der Delfin kund? Er kündet
20
Den Sturm, und bleibt im Sturm den Schiffenden verbündet.

21
Es ist ihm nicht genug, daß er gewarnet hätte;
22
Er müht sich auch, daß er umsonst gewarnte rette.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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