11.

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Friedrich Rückert: 11. (1837)

1
Was ist der Vorzug wol der menschlichen Vernunft
2
Vor allen Trieben, die besitzt der Thiere Zunft?

3
Thuts nicht der menschlichen in allen Stücken gleich
4
Naturvernunft und Kunst, an Wunderwerken reich?

5
Der Mensch kann feiner als der Seidenwurm nicht spinnen,
6
Und künstlicher nicht baun als Immen goldne Zinnen.

7
Und nicht gelernt ist das, geerbt ists vom Geschlecht;
8
Der jüngste Biber baut gleich wie der ält'ste recht.

9
Die uranfängliche Naturvollkommenheit
10
Ist nie vollkommener geworden durch die Zeit.

11
Und dieses ist, was der Vollkommenheit gebricht;
12
Vollkommnungsfähigkeit fehlt nur dem Menschen nicht.

13
Die junge Spinne spinnt nur wie die alte spann,
14
Indes der Menschensinn stets neu Geweb ersann.

15
Vom Vater erbt ers nicht, vom Meister kann ers lernen,
16
Und ausgelernt von ihm mit Freiheit sich entfernen.

17
Die Freiheit voll Gefahr ist jedes Irrthums Spiel,
18
Indes der sichre Trieb nothwendig geht zum Ziel.

19
Doch ists ein niedres Ziel vor jenem, das erreichen
20
Der Mensch will, soll und kann, mag es auch stets entweichen;

21
Wo Kunstbehendigkeit und Thatverständigkeit
22
Ihm wird in höhrer Art Naturnothwendigkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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