CxXVI. Auf Johann Dobers, des Töpfers, 30ten Geburts-Tag

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Nicolaus Ludwig von Zinzendorf: CxXVI. Auf Johann Dobers, des Töpfers, 30ten Geburts-Tag (1735)

1
Ich wills wagen, von der schönen Pracht
2
Was zu sagen, die aus JEsu lacht,
3
Aber wag ich mich zu sehr?
4
Seine Wunder sind ein Meer,
5
Doch last hören was der Heyland macht.

6
Heiligs Wesen öfne mir dein Buch,
7
Ich kans lesen, weg mit Mosis Tuch!
8
Noch unausgesprochnes Wort!
9
Stimmen her von deiner Pfort
10
Von der Arche, das ist mein Gesuch.

11
Du bist wahrlich eine gute Lieb!
12
Und beharrlich in dem Liebes-Trieb.
13
Niemand kan so traurig seyn,
14
Daß ihn deiner Augen Schein
15
Nicht erfreute, wenn er vor dir blieb.

16
Jesu Creutze, wo ich ihn erst sah’,
17
Komm! und reitze mein Hallelujah!
18
Denn wenn ich in Ohnmacht wär,
19
Und es schallte ohngefähr
20
Was vom Creutze, wär ich wieder da.

21
Auserwehlte, und vor unser Schuld
22
Ausgeqvälte göttliche Geduld!
23
König nach dem alten Recht!
24
Nach dem neuen aber Knecht,
25
Wiederbringer der verlohrnen Huld!

26
Solten Zeugen deiner Wunder-Pracht
27
Können schweigen von dem Lebens-Safft,
28
Der in blutiger Gestallt
29
Durch die gantze Erde wallt.
30
Sind doch Felsen drüber aufgeklafft.

31
Heil’ger Tempel mit dem Rauch-Altar
32
Die Exempel sind noch allzu rar
33
Von den Blitzen, die geschehn,
34
Von den Stimmen, die ergehn,
35
Von den Donnern in dem Gnaden-Jahr.

36
Wir, die Armen und so Schmählige!
37
Durchs Erbarmen aber Selige,
38
Wohnen so in einer Stadt
39
Wo man nur zu nehmen hat;
40
Denn der Gaben sind unzehlige.

41
Unter andern sieh’t man einige
42
Bey uns wandern, die das Deinige
43
Warten, wie es sich gebührt,
44
Die schon manches Hertz gerührt

45
Guter Schöpffer, was du machst, ist gut,
46
Seinen Thon wies ihn beliebt,
47
Ohne daß er Antwort giebt,)
48
Dir mißräth auch nie nichts in der Gluth.

49
Gieb uns allen, die so hertzlich gern
50
Möchten wallen nach dem Sinn des HErrn,
51
Und nicht mögen seelig seyn,
52
Als durch JEsu Blut allein,
53
Gieb uns diesen hellen Morgenstern!

(Zinzendorf, Nicolaus Ludwig von: Teutscher Gedichte Erster Theil. Herrnhuth, 1735.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent
Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.